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Wiederaufarbeitungsanlage in ChinaProtest gegen atomfreundliche Politik

Tausende Chinesen demonstrieren in Lianyungang gegen den geplanten Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage. Es soll zu Polizeigewalt gekommen sein.

afp | In der ostchinesischen Stadt Lianyungang haben nach Angaben von Augenzeugen tausende Menschen gegen Pläne für den Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage von Kernbrennstoffen protestiert. Wie Anwohner am Montag berichteten, machten die Demonstranten am Wochenende in Sprechchören und mit Spruchbannern auf die Folgen der Anlage für Umwelt und Gesundheit aufmerksam. Zu der Demonstration hätten sich mehrere tausend Menschen versammelt, berichtete ein örtlicher Hotelmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP per Telefon.

Ein anderer Bewohner der 480 Kilometer nördlich von Shanghai gelegenen Hafenstadt berichtete von „Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften“. Auf Fotos in den sozialen Netzwerken waren Demonstranten auf einem öffentlichen Platz zu sehen, die von hunderten Polizisten umringt waren. Die Polizei dementierte ein „Gerücht“, wonach Beamte Demonstranten geschlagen haben und ein Teilnehmer an den Folgen seiner Verletzungen gestorben ist.

Hintergrund der Proteste sind Pläne für den Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage durch die staatliche chinesische Atomgesellschaft CNNC in Zusammenarbeit mit dem französischen Energiekonzern Areva. Die beiden Unternehmen einigten sich 2012 auf den Bau einer solchen Anlage in China, der Standort wurde allerdings noch nicht genannt. Die Bewohner von Lianyungang gehen davon aus, dass ihre Stadt die erste Wahl ist, weil CNNC in der Nähe bereits eine große Atomanlage baut.

Die Proteste in Lianyungang verdeutlichen den wachsenden Unmut der chinesischen Bevölkerung über die atomfreundliche Politik ihrer Regierung. Peking setzt immer mehr auf Atomenergie und ermutigt staatliche Firmen, Nuklearanlagen im Ausland zu errichten. In China sind nach Angaben der World Nuclear Association bereits 34 Atomkraftwerke in Betrieb. 20 weitere Akw befinden sich im Bau, und für ein weiteres sollen bald die Bauarbeiten beginnen.

Seit dem Atomunglück im japanischen Fukushima 2011 wachsen allerdings auch bei den Chinesen die Sorgen um die Sicherheit der Atomkraft.

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