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Waldbrände in Südeuropa10.000 Touristen an französischer Atlantikküste evakuiert

In etlichen Regionen Südeuropas wüten verheerende Waldbrände, ein Feuer nahe Bordeaux breitet sich immer weiter aus. Hohe Temperaturen erschweren die Löscharbeiten.

dpa/afp/taz | Wegen eines sich weiter ausdehnenden Waldbrandes an der französischen Atlantikküste bei Bordeaux sind inzwischen 10.000 Touristen vorsorglich evakuiert worden. Betroffen seien Urlauber von acht Ferienzentren und drei Campingplätzen, teilte die Präfektur des Departements Gironde am Donnerstagmorgen mit. Außerdem wurden etwa 1.000 Bewohner verschiedener Orte evakuiert. Bislang sei niemand verletzt worden, betonte die Präfektur. In der Region machen traditionell auch viele Deutsche Urlaub.

Der am Mittwochmittag in der Ortschaft Saumos ausgebrochene Brand hat sich auf einer Fläche von 2.000 Hektar ausgedehnt und sich erst auf den Ort Le Porge und dann auf Lège Cap-Ferret zubewegt. 500 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Die Lage sei weiterhin ungünstig, betonte die Präfektur. Am Morgen sollten zusätzliche Löschflugzeuge in die Region verlegt werden. Am Mittwochabend waren bereits vier Löschflugzeugen und 150 Einsatzfahrzeugen gegen die Flammen im Einsatz.

Feuer südlich von Madrid

Wie in Frankreich sind auch im Südwesten der spanischen Hauptstadt Madrid am Mittwoch mehrere Gemeinden wegen eines Walbrands in der Gemeinde Almorox evakuiert worden. Almorox liegt in der Region Kastilien-La Mancha, etwa 70 Kilometer südwestlich von Madrid. Der spanischen Guardia Civil zufolge wurden mehrere Verkehrsachsen gesperrt. Der Zivilschutz rief Anwohner mit Atemwegserkrankungen zudem auf, nachts die Fenster zu schließen, um die Belastung zu verringern.

In den vergangenen Tagen sind in Spanien zahlreiche Brände ausgebrochen. Der größte Waldbrand befindet sich auf der anderen Seite Madrids in der Provinz Guadalajara, etwa hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt. Er hat seit vergangenem Donnerstag 32.000 Hektar Land verwüstet. Insgesamt sind seit dem 1. Januar in Spanien bereits fast 125.000 Hektar verbrannt, wie aus der europäischen Datenbank zu Waldbränden (Effis) hervorgeht.

In Spanien steigen die Temperaturen derzeit wieder, es beginnt eine neue Hitzewelle. Die südspanische Provinz Almería in Andalusien war kürzlich von einem der folgenschwersten Waldbrände in Spaniens jüngerer Geschichte getroffen worden. 13 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, 7.000 Hektar Land brannten nieder.

Kampf gegen die Flammen auf Sizilien

Unterdessen kämpfen Feuerwehrleute auch auf der italienischen Insel Sizilien gegen zahlreiche Waldbrände. Seit dem Wochenende seien die Einsatzkräfte wegen mehr als tausend Bränden zu Löscharbeiten ausgerückt, teilte die Feuerwehr am Mittwoch mit. Im Zentrum der Insel mussten wegen eines seit Tagen wütenden Feuers demnach rund hundert Bewohner sowie 22 Patienten einer Klinik evakuiert werden.

Ein Sprecher des italienischen Zivilschutzes bezeichnete die Lage auf Sizilien als „ernst“. Die Brände würden „durch die sehr hohen Temperaturen“ von örtlich über 40 Grad und „den sehr trockenen Boden“ begünstigt. Aufgrund des Klimawandels wird damit gerechnet, dass Dürreperioden auf Sizilien künftig immer häufiger auftreten.

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