Volksinitiative Rad erfolgreich: NRW bekommt Radgesetz
Riesenerfolg für die Initiative „Aufbruch Fahrrad“: Nordrhein-Westfalens Landtag unterstützt den Ausbau der Rad-Infrastruktur.

Konkret macht sich „Aufbruch Fahrrad“ für den Bau eines weitgehend kreuzungsfreien Radschnellwegenetzes von mindestens 1.000 Kilometer Länge bis 2025 stark. In einem Fahrradgesetz soll außerdem die jährliche Schaffung von mindestens 300 Kilometern hochwertiger Radwege entlang von Bundes- und Landesstraßen festgeschrieben werden. Gesetzlich gefördert werden sollen auch Fahrradparkplätze, E-Bike-Stationen, die kostenlose Fahrradmitnahme in Bus und Bahn sowie der Einsatz von Lastenrädern.
„Nicht mehr zu stoppen“ sei die Rad-Bewegung, sagt „Aufbruch“-Initiatorin Ute Symanski: „Noch nie gab es ein Radverkehrsgesetz in einem Flächenland wie NRW“ – bisher hat nur Berlin ein Radgesetz.
Unklar bleibt aber, wann die konkrete Umsetzung folgt. CDU und FDP haben Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) lediglich aufgefordert, das Gesetz „noch in dieser Legislaturperiode“ vorzulegen – gewählt wird in NRW voraussichtlich im Mai 2022.
Jede Menge Arbeit
Auf Wüst wartet jede Menge Arbeit: Aktuell gebe NRW pro Kopf und Jahr lediglich 1,10 Euro für den Radverkehr aus – im besonders fahrradfreundlichen Utrecht in den Niederlanden seien es dagegen 132 Euro, rechnet Ex-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) vor.
Ein „Armutszeugnis“ sei, dass 2020 satte 2,2 Milliarden Euro für den Autoverkehr, aber nur 12,4 Millionen Euro für Radwege an Landesstraßen und 7,5 Millionen Euro für Radschnellwege zur Verfügung stünden. Außerdem gehe der Radwegebau oft nur langsam voran, weil Planungsingenieure fehlten, klagt Remmel. Wüst müsse also massiv Geld umschichten.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Verkehrsminister wollen Kostensenkung
Luxusgut Führerschein
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Urteil gegen Marine Le Pen
Populistische Wut am Köcheln halten