Virenangst und Klimahysterie: Glauben Sie noch an Corona?

Der böse Feind ist unsichtbar, wir sind abhängig von Experten und verlieren unsere Freiheit. Das kann doch alles nur eine Verschwörung sein.

Modell eines Coronavirus

Mal ehrlich: Haben Sie schon einmal ein Coronavirus gesehen? Foto: Robert Michael/dpa

Liebe kritische Zeitgenossen! Sie googeln häufig „Der Klimawandel ist eine Erfindung der Illuminaten“ und telefonieren gern mit dem hellsichtigen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro. Deshalb wollte ich Sie auf etwas hinweisen.

Uns droht gerade die nächste große Gefahr durch linke Ideologen. Ich spreche von der Aufregung rund um das Corona-Virus. Wer wie Sie klug genug ist, Verschwörungen zu durchschauen, wird wie wir sagen: Ich glaube nicht an Corona.

Mal ehrlich: Haben Sie schon einmal ein Coronavirus gesehen? Sehen Sie! Nach dem Kohlendioxid ist das wieder so eine angebliche Gefahr, die wir weder sehen noch fühlen noch schmecken können. Ein so winziges Virus soll die Kraft haben, Menschen zu töten? Das wäre ja genauso verrückt, als könne CO2 mit seinem Anteil von 0,04 Prozent die Erdatmosphäre verändern!

Wer erzählt uns solche Geschichten? Sogenannte „Experten“, die ihr Leben in Laboren vor Mikroskopen und Zellkulturen verbringen. Manche von ihnen sollen sogar Kontakte zur Pharmaindustrie haben – einer weltweit agierenden milliardenschweren Branche, die davon lebt, dass wir krank sind. Sie hören keinen Widerspruch unter Wissenschaftlern? Da sehen Sie mal, wie effektiv abweichende Meinungen unterdrückt werden.

Ein Mini-Virus, das tötet? Lächerlich wie der Klimakiller CO2

Die Öffentlichkeit vertraut blind auf diese „Experten“, die auf Forschungsgelder von Regierung und Industrie angewiesen sind. Wir aber haben unsere eigenen Quellen: Hier eine pensionierte Sprechstundenhilfe aus einer Hautarztpraxis, da der Bericht eines anonymen Raumpflegers, der in den Laboren von Pfizer die Böden gewischt hat. Diese Leute sind nah dran am wirklichen Leben!

Die Virenwarner haben mit den Klimakämpfern etwas gemeinsam: Sie verbieten am liebten alles, was Spaß macht: Shopping, Fußball, große Menschengruppen, Reisen.

Die Zentrale der Alarmisten ist die Weltgesundheitsorganisation WHO, die als UN-Behörde wie sonst nur der UN-Klimarat IPCC an einem bürokratischen Weltstaat bastelt: Deren „Experten“ fliegen auf Steuergeldspesen um die ganze Welt, während wir Steuerzahler schön doof im Homeoffice versauern.

Das Ziel der großen Virenverschwörung ist auch klar: Uns die Freiheit zu nehmen. Wir sollen eingesperrt zu Hause sitzen, mundtot gemacht mit einer Atemschutzmaske. Am liebsten sehen sie uns auf allen Vi(e)ren.

Leider hat diese Strategie Erfolg. Erst letzte Woche hat das „Netzwerk Impfentscheid“ eine Demo gegen die Impfpflicht in München verschoben. Natürlich nicht aus Angst vor Corona, das wäre ja absurd. Sondern wegen einer viel größeren Bedrohung: Der befürchteten „behördlichen Maßnahmen“.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Jahrgang 1965. Seine Schwerpunkte sind die Themen Klima, Energie und Umweltpolitik. Wenn die Zeit es erlaubt, beschäftigt er sich noch mit Kirche, Kindern und Konsum. Für die taz arbeitet er seit 1993, zwischendurch und frei u.a. auch für DIE ZEIT, WOZ, GEO, New Scientist. Autor einiger Bücher, Zum Beispiel „Tatort Klimawandel“ (oekom Verlag) und „Stromwende“(Westend-Verlag, mit Peter Unfried und Hannes Koch).

Die zweite Welle der Corona-Pandemie geht um Welt. Welche Regionen sind besonders betroffen? Wie ist die Lage in den Kliniken? Ein Überblick mit Zahlen und Grafiken.

▶ Alle Grafiken

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben