Versorgungslage bei Abtreibungen: Die Regierung kümmert's nicht
Die Koalition wollte eigentlich die Versorgungslage für ungewollt schwangere Frauen verbessern. Konkrete Maßnahmen sind bisher aber nicht geplant.
epd | Bei der Versorgung von ungewollt schwangeren Frauen sind derzeit keine Verbesserungen vonseiten des Bundes in Sicht. „Es ist eine umfassende Prüfung notwendig“, erklärte das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Beratungen darüber, in welcher Form die entsprechenden Passagen des Koalitionsvertrags umgesetzt werden, seien innerhalb der Regierung noch nicht abgeschlossen. Das Gesundheitsministerium stehe dazu im Austausch mit dem Familienministerium.
Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD vereinbart, ungewollt schwangeren Frauen „Zugang zu medizinisch sicherer und wohnortnaher Versorgung“ zu ermöglichen. Außerdem werde „die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung über die heutigen Regelungen hinaus“ erweitert.
Ein weiterer Punkt ist das Vorhaben, die medizinische Weiterbildung zu Schwangerschaftsabbrüchen zu stärken. Hier verweist das Gesundheitsministerium aber auf die Zuständigkeit der Länder, die wiederum die Aufgabe an die Ärztekammern übertragen hätten. Die Frage nach der Verankerung des Schwangerschaftsabbruchs als Bestandteil der fachärztlichen Weiterbildung sei daher „insbesondere von den Ärztekammern zu prüfen“, teilte das Ministerium dem epd mit.
Wie schwierig es für ungewollt schwangere Frauen sein kann, eine Abtreibung zu organisieren, hatte im vergangenen Sommer das Forschungsprojekt „Elsa“ gezeigt. Demnach ist die Versorgungslage regional weiter sehr unterschiedlich und insbesondere in ländlichen Gegenden oft schlecht.
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