Verhandlungen zwischen Iran und USA: Kommen und Gehen in Islamabad
Pakistan will weiter zwischen USA und Iran vermitteln. Die beiden Parteien können sich aber offenbar nicht einmal auf Gesprächstermine einigen.
Foto: Asim Hafeez/reuters
ap/afp/taz | Nach einem irritierenden Hin und Her am Wochenende will die politische und militärische Führung in Pakistan weiterhin zwischen den Kriegsgegnern USA und Iran vermitteln. Trotz der wachsenden Spannungen dauerten indirekte Kontakte zwischen den beiden Seiten an, verlautete am Sonntag aus pakistanischen Regierungskreisen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wurde am Sonntagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet. Es wäre nach einem kurzen Abstecher in den Oman sein zweiter Besuch innerhalb von zwei Tagen.
Schon seit Tagen gib es ein Rätselraten, ob und wie es nun weitergeht. Araghtschi hatte sich am Samstag in Islamabad aufgehalten und dort mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, Armeechef Asim Munir und Außenminister Ishaq Dar gesprochen. Danach war er in den Oman gereist – zur Überraschung der amerikanischen Regierung.
US-Präsident Donald Trump sagte daraufhin am Samstag kurzfristig eine geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad ab. Es ergebe keinen Sinn, 18 Stunden nach Pakistan zu fliegen, um „sinnlos herumzureden“, sagte Trump dem US-Nachrichtensender Fox News.
Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete aber später, Araghtschi werde nach dem Kurzbesuch im Oman nach Pakistan zurückfliegen. Pakistanischen Regierungsvertretern zufolge gab es nun aber umgekehrt vorerst keine konkreten Pläne für eine Rückkehr der US-Gesandten Kushner und Witkoff zu weiteren Gesprächen mit der iranischen Seite.
Die indirekten Gespräche kämen dennoch voran, sagte Syed Mohammad Ali, ein unabhängiger politischer Analyst in Pakistan, am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. „Die Verzögerung der zweiten Runde der Gespräche in Islamabad darf nicht als Rückschlag für die Waffenruheverhandlungen und Friedensbemühungen gewertet werden“, erklärte er. „Diese bleiben weiterhin auf Kurs.“ Der Verhandlungsprozess erfordere von beiden Seiten Weisheit und Geduld.
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