Verdacht des sexuellen Missbrauchs: Neue Ermittlungen gegen Pekny

Im Juli wurde der Münchner Intendant Thomas Pekny von Missbrauchsvorwürfen freigesprochen. Nun wird erneut gegen ihn ermittelt.

Drei Menschen mit Maske stehen im Gerichtssaal

Pekny (r.) vor Prozessbeginn im Juli im Landgericht München Foto: Peter Kneffel/dpa

MÜNCHEN dpa/taz | Es ist noch kein halbes Jahr her, dass der ehemalige Intendant der Bayrischen Komödie Thomas Pekny in München vor Gericht stand. Damals wurde ihm vorgeworfen, 2015 und 2016 drei betrunkene Frauen auf dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters genommen zu haben. Dort soll er sie missbraucht, fotografiert und gefilmt haben, während sie schliefen.

Pekny wurde damals aus mangel an Beweisen vom Vorworf des schweren sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Der zuständige Richter beschrieb das Urteil damals als „knappe Geschichte“. Möglicherweise sei alles „so harmlos“ gewesen, wie Pekny es gesagt habe. „Wenn nicht, dann haben Sie großes Glück gehabt.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hat.

Nun hat die Staatsanwaltschaft München zwei weitere Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Theaterchef eingeleitet. Auslöser dafür seien zwei Anzeigen aus dem Juli, sagte eine Sprecherin der Behörde. Sie seien während des Prozesses gegen den damaligen Chef der Komödie im Bayerischen Hof in München eingegangen. Peknys Anwalt nannte die neuen Vorwürfe gegen seinen Mandanten auf Anfrage „haltlos“.

Nach Peknys Freispruch im diesjährigen Sommer hatten sich zahlreiche Theaterschaffende von ihm distanziert. Einer von ihnen ist der Schauspieler und Regisseur Pascal Breuer. Er kündigte damals öffentlich an, künftig nicht mehr unter Pekny arbeiten zu wollen. Für seine Ankündigung bekam er damals viel Zuspruch aus der Szene, andere Schau­spie­le­r:in­nen taten es ihm gleich. Pekny gab daraufhin sein Amt auf und überließ die Leitung dem Regisseur René Heinersdorff.

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