Ursula von der Leyen und Antiterrorkampf: Bundeswehreinsatz in Libyen möglich
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen warnt vor einer „Achse des Terrors“ in Afrika. Einen Einsatz der Bundeswehr schließt sie nicht aus.
afp | Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält eine Beteiligung der Bundeswehr an einem Einsatz zur Stabilisierung Libyens für möglich. „Deutschland wird sich nicht der Verantwortung entziehen können, dabei einen Beitrag zu leisten“, sagte von der Leyen der Bild-Zeitung vom Montag. Libyen sei „die Gegenküste Europas – getrennt nur durchs Mittelmeer.“
Das Wichtigste sei derzeit, das Land zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass es eine funktionsfähige Regierung bekomme, fügte von der Leyen hinzu. Die Regierung werde dann „schnell Hilfe benötigen, Recht und Ordnung in diesem riesigen Staat durchzusetzen und gleichzeitig gegen den Islamistenterror zu kämpfen, der auch Libyen bedroht.“
Vor allem müsse verhindert werden, dass der Extremismus im Norden Afrikas eine Achse bilde, sagte von der Leyen. Sollten die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat und die radikale Islamistengruppe Boko Haram eine Verbindung eingehen, wäre dies „eine brandgefährliche Entwicklung“. „Wenn das gelingt, dann entsteht eine Achse des Terrors, die weite Teile Afrikas destabilisieren kann, die Folge wären neue Flüchtlingsströme, das dürfen wir nicht zulassen“, sagte die Ministerin.
Das Magazin Der Spiegel hatte vor einer Woche berichtet, die Bundeswehr könnte bald eine Ausbildungsmission in Libyen starten. Dafür könnten 150 bis 200 deutsche Soldaten in Libyens Nachbarland Tunesien geschickt werden.
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