Unesco-Bericht für 2022: 86 getötete Journalist:innen
Laut Unesco ist die Zahl getöteter Journalist:innen weltweit 2022 um 50 Prozent angestiegen. Lateinamerika und die Karibik gelten als die gefährlichsten Gegenden.
Foto: Jose Luis Gonzalez/reuters
afp | Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist die Zahl der getöteten Journalist:innen weltweit 2022 um 50 Prozent auf 86 angestiegen. Lateinamerika und die Karibik seien die gefährlichsten Gegenden für Journalist:innen, heißt es in einem am Montag in Paris vorgestellten Bericht der Unesco. In dieser Region seien 44 Journalisten und Medienschaffende getötet worden, also mehr als die Hälfte.
In der Ukraine seien 2022 zehn Journalist:innen getötet worden. Damit liegt die Ukraine an zweiter Stelle hinter Mexiko, wo 19 Journalisten getötet wurden.
Laut der Unesco wurde etwa die Hälfte der Journalist:innen in ihrer Freizeit getötet, also etwa zu Hause oder auf Reisen. „Das heißt, dass es keinen sicheren Ort mehr für Journalisten gibt“, heißt es in dem Bericht.
Entführungen, willkürliche Haft, juristische Verfolgung
Die Gründe sind unterschiedlich, häufig handle es sich um Racheakte für Berichte über heikle Themen, etwa organisiertes Verbrechen, bewaffnete Konflikte, Extremismus oder Korruption. Der Anteil der Fälle, in denen die Täter straffrei bleiben, ist mit 86 Prozent ausgesprochen hoch.
Journalisten, vor allem aber auch Journalistinnen, werden laut dem Bericht zudem häufig mit anderen Formen von Gewalt konfrontiert, beispielsweise Entführungen, willkürliche Haft und juristische Verfolgung.
In den vergangenen Jahren hatte die Zahl der getöteten Journalist:innen abgenommen: 2018 waren 99 Journalisten gewaltsam ums Leben gekommen, von 2019 bis 2021 waren es jeweils 58 gewesen.
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