Umfrage der ARD: Mehrheit schämt sich für Hass
Rund 83 Prozent der Befragten bereiten die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge Unbehagen. Die Einführung einer Obergrenze befürwortet ebenfalls eine Mehrheit.
Foto: dpa
epd | Die große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) schämt sich einer Umfrage zufolge für die gewalttätigen Proteste gegen Flüchtlinge. 76 Prozent sind der Auffassung, dass Politiker die Übergriffe stärker verurteilen sollten, wie aus dem ARD-Deutschlandtrend hervorgeht (.pdf), der am Montagabend veröffentlicht wurde.
Demnach ist nur eine Minderheit (34 Prozent) der Meinung, dass die Behörden genug tun, um Ausländer und Flüchtlinge vor fremdenfeindlichen Übergriffen zu schützen. 58 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Befragt wurden 1.005 Männer und Frauen.
Einen europäischen Ansatz zur Lösung der Flüchtlingskrise halten der Umfrage zufolge 77 Prozent der Deutschen für sinnvoll, 20 Prozent sprechen sich für nationale Lösungen aus. Die Mehrheit ist allerdings skeptisch, ob sich dies umsetzen lässt: Nur 32 Prozent der Befragten halten eine Lösung der Flüchtlingskrise auf europäischer Ebene in naher Zukunft für realisierbar, 64 Prozent halten sie nicht für realisierbar.
Die Mehrheit (63 Prozent) der Deutschen befürwortet laut der Befragung die Einführung einer nationalen Obergrenze zur Aufnahme von Flüchtlingen. Den Einsatz der Nato in der Ägäis, der verhindern soll, dass Flüchtlinge über das Meer von der Türkei nach Griechenland kommen, finden 51 Prozent der Befragten richtig. 49 Prozent sprechen sich für eine Wiedereinführung der Grenzkontrollen zwischen den EU-Ländern aus, 49 Prozent dagegen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert