US-Gericht verkündet Strafmaß: 30 Jahre Haft für chinesischen Immobilienmagnaten Guo
Er war ein Immobilienmagnat, hatte Verbindungen zur Regierung. Nun muss der Geschäftsmann Guo Wengui wegen Betrugs ins Gefängnis.
Foto: Elizabeth Williams/ap
dpa | Der chinesische Geschäftsmann Guo Wengui ist in den USA unter anderem wegen Betrugs zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß sei am Montag von einem Bundesrichter in New York verkündet worden, berichteten unter anderem das Wall Street Journal und das Portal „Politico“. Zudem sollen 889 Millionen Dollar an Vermögenswerten eingezogen werden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.
Laut Staatsanwaltschaft hatte Guo zusammen mit seinem Finanzier Hunderttausende Follower im Internet zu „Investitionen in verschiedene Unternehmen und Programme durch falsche Aussagen und Darstellungen“ bewegt. In der Folge hätten die beiden Hunderte Millionen Dollar unterschlagen. Insgesamt belaufe sich der Schaden auf mehr als 1 Milliarde Dollar.
China reagierte kurz angebunden auf das Urteil. Man habe entsprechende Berichte zur Kenntnis genommen, sagte ein Außenamtssprecher in Peking. Guo sei ein von Interpol im Auftrag der chinesischen Regierung gesuchter Flüchtling, erklärte der Sprecher weiter.
Geldwäsche und Schutzgelderpressung
Guo lockte seine Gefolgschaft auch mit seinem vermeintlichen Kampf gegen die Kommunistische Partei Chinas, zudem jonglierte er mit mehreren Identitäten. Allein das Plädoyer der Staatsanwaltschaft nennt neben Guo Wengui sechs Pseudonyme.
Eine Jury in New York hatte Guo bereits im Jahr 2024 unter anderem wegen verschiedener Arten des Betrugs sowie Geldwäsche und Schutzgelderpressung schuldig gesprochen. Offen blieb danach noch das Strafmaß.
Guter Kontakt zu früherem Top-Berater Trumps
Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens 30 Jahre Gefängnis gefordert. „In diesem außergewöhnlichen Fall kann es keine Gerechtigkeit geben ohne ein außergewöhnliches Strafmaß“, hieß es in ihrem Plädoyer. Guos Verbrechen toppten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sogar die des Krypto-Betrügers Sam Bankman-Fried, der derzeit eine 25-jährige Haftstrafe absitzt.
Guo hatte China 2014 verlassen, um der Strafverfolgung wegen Bestechung und Unterschlagung in seinem Heimatland zu entgehen. In Peking war Guo ein Immobilienmagnat. In den USA unterhielt er dann gute Beziehungen in regierungsnahe Kreise und gilt als Geschäftspartner von Steve Bannon, einem früheren Top-Berater von Präsident Donald Trump. Bannon war 2020 auf einer Jacht Guos wegen Betrugs festgenommen worden.
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