: „Tschador“-Passfoto wird vernichtet
■ Ausländeramt sucht neue Wege, um die Iranerin abzuschieben
Die Ausländerbehörde hat dem Anwalt der abzuschiebenden Iranerin, deren Passfoto mit einem Tschador verfälscht wurde, in einem Schreiben mitgeteilt, dass die manipulierten Fotos in Anwesenheit der Betroffenen vernichtet werden sollen. In der Innenbehörde war man, als der Anwalt den Sachverhalt öffentlich gemacht hatte (vgl. taz 27.11.), zu der Auffassung gelangt, dass es rechtswidrig wäre, wenn die manipulierten Fotos der iranischen Botschaft zur Ausstellung eines Passes übermittelt würden. Die Iranerin hatte sich geweigert, für das Passfoto den Tschador anzulegen, wie der Iran es verlangt.
Die Ausländerbehörde hatte nicht hinnehmen wollen, dass die Abschiebung an dem Fotoproblem scheitern sollte. In Nürnberg war in einem vergleichbaren Fall ein Passfotos unter Zwangsmaßnahmen gemacht worden. Offenbar hatte das Ausländeramt die rechtliche Brisanz der Foto-Fälschung nicht erkannt; da der Leiter des Ausländeramtes die Verantwortung für den von ihm angeregten Ausweg nicht übernehmen will, hatte sein Vorgesetzter von einem „Missverständnis“ gesprochen, ohne zu sagen, wer denn da missverstanden worden sein will.
Die Innenbehörde ist nun in einem Dilemma, wie die Abschiebung dennoch betrieben werden soll. K.W.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen