Trump droht Kuba: Elementarer Strickfehler
Die kubanische Zivilgesellschaft sollte die eigene Zukunft mitgestalten können. Viele hoffen auf eine politische und wirtschaftliche Öffnung Kubas.
I nvasion nein, freundliche Übernahme ja“ lautet die Devise, nach der Donald Trump allem Anschein nach im Falle Kubas agiert. Wie tief der US-Präsident in die laufenden Verhandlungen involviert ist, ist unklar. Ziemlich klar ist hingegen, dass es keine politische Zukunft für den amtierenden Präsidenten Miguel Díaz-Canel gibt. Er muss gehen und die Insel muss sich politisch und ökonomisch öffnen, so die Kernforderungen der USA.
Viele Kubaner:innen auf und außerhalb der Insel würden das unterschreiben. Der Anteil der Hardliner, die wirklich mit der Waffe in der Hand ein sozialistisches System verteidigen würden, das nie funktionierte und dessen Errungenschaften in den letzten 30 Jahren der nahezu permanenten Krise komplett erodiert sind, dürfte verschwindend gering sein. Von zehn Prozent gehen sozialdemokratische Oppositionelle wie Manuel Cuesta Morúa aus.
Die meisten wünschen sich eine friedliche demokratische Transition. Das scheint Konsens unter Dissidenten auf und außerhalb der Insel zu sein. Endlich mitgestalten, endlich ernst genommen werden, so lautet die Vision der kubanischen Zivilgesellschaft, die bei den Verhandlungen zwischen der immer autoritärer auftretenden US-Regierung und der autoritär agierenden kubanischen Regierung außen vor bleiben.
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Zivilgesellschaft wird von beiden Seiten nicht mitgedacht und ist vielleicht auch nicht erwünscht. Doch das ist ein elementarer Strickfehler, denn die kubanische Revolution hat zwar ökonomisch wenig Positives für die Menschen gebracht, was allerdings in mehr als sechzig Jahren Revolución gewachsen ist, ist die Identität als Kubanerin oder Kubaner.
Das gilt sowohl für die Menschen auf der Insel, aber eben auch außerhalb. Folgerichtig sollten es die Kubaner:innen sein, die über die Zukunft ihrer Insel entscheiden. Und auch, ob sie sich in der Logik der Monroe- oder auch „Donroe“-Doktrin den USA anschließen oder einen politischen Neuanfang starten – mit dem Exil und mit der Unterstützung der USA.
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