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Tigermücken-VirusWie kommen Impfungen in die betroffenen Regionen?

Ein EU-Projekt soll Impfstoff gegen das Chikungunya-Virus in Subsahara-Afrika zugänglich machen. Durch die Klimakrise wandert die Krankheit gen Norden.

Mücken und ihre Stiche sind nicht nur lästig, sie können auch richtig gefährlich werden. Nehmen wir zum Beispiel die Asiatische Tigermücke: Sie überträgt das Chikungunya-Virus, das seinen Namen wegen der ausgelösten starken Muskel- und Gliederschmerzen trägt.

Aktuell sind größere Ausbrüche dieses Virus vor allem in Subsahara-Afrika zu verzeichnen. Impfstoffe gibt es theoretisch, nur sind sie in den am stärksten betroffenen Regionen nicht lizenziert. Das ist problematisch, da die Schmerzen bei schweren Verläufen monate- oder sogar jahrelang anhalten können.

Ziel eines kürzlich gestarteten EU-Projekts unter der Leitung von Gisa Gerold, leitende Virologin der Universität Innsbruck, ist daher die Zulassung des Impfstoffs Ixchiq in den betroffenen Gebieten. Dafür arbeiten Forschende aus Afrika und Europa zusammen an der mit 14 Millionen Euro geförderten European-African-Vaccine-Initiative.

„Es besteht ein dringender Bedarf, Impfstoffe gegen die Chikungunya-Infektion in den betroffenen Bevölkerungsgruppen in Subsahara-Afrika zu testen, zuzulassen und zu verteilen“, so Gerold. Dafür soll vor Ort eine klinische Studie durchgeführt werden, damit bei großen Ausbrüchen eine schnelle Impfkampagne möglich ist. Außerdem ist eine leistbare Produktion des Impfmittels vor Ort geplant.

Mehr Mücken, mehr Infektionen

Auch Europa und weitere nördliche Regionen müssen sich stärker auf die Krankheit einstellen. Eine Studie der Medizinischen Universität in Zhejiang (China) etwa prognostiziert, dass sich die Überträgermücken durch den Klimawandel in nördlichere Regionen ausbreiten werden. Momentan entspricht das Gebiet, in dem Tigermücken das Chikungunya-Virus übertragen können, etwa einem Fünftel der globalen Fläche.

In Zukunft sieht das allerdings anders aus, da durch die Klimaerwärmung neue Risikozonen entstehen. Demnach wird die Asiatische Tigermücke vermehrt in nördlicheren Regionen auftreten, sobald die Durchschnittstemperatur in den kältesten Monaten durchgehend über minus drei Grad liegt. Dann überwintert die Mücke und kann die Region besiedeln. Die Au­to­r*in­nen nennen Länder in Nordeuropa, Ostasien sowie Nord- und Südamerika als potenziell betroffene Gebiete.

Da Menschen in diesen Regionen noch keine Immunität aufweisen können, empfiehlt die Studie Frühwarnsysteme und eine gezielte Schulung des Fachpersonals, damit sie die Symptomatik richtig erkennen können.

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