Thessaloniki: Frauenstatue mit christlicher Parole beschmiert
Unbekannte haben in Thessaloniki eine feministische Statue beschmiert. Die „Frau im Bus“ steht erst seit Mai 2025 in Griechenlands zweitgrößter Stadt.
„Die Frau im Bus“ steht mahnend auf dem zentralen Aristoteles-Platz in Thessaloniki, ihr Blick ist stoisch aufs Meer gerichtet. Nun haben Unbekannte, pünktlich zum feministischen Kampftag am 8. März, ihr Gesicht mit schwarzer Farbe beschmiert. Darunter sprühten die Täter das christliche Tetragramm „IC XC NI KA“, was „Jesus Christus siegt“ (Abkürzung der griechischen Wörter Ἰησοῦς Χριστὸς νικᾷ) bedeutet.
Die, 2,75 m hohe Skulptur stellt eine Frau dar, die sich in einem fahrenden Bus an einer Haltestange festhält, um das Gleichgewicht zu halten.
Die „Frau im Bus“ symbolisiere den alltäglichen Kampf einer Frau in der Stadt, „um sich um ihre Familie und ihre Kinder zu kümmern und ihre Einkäufe zu erledigen“, sagte die Kunsthistorikerin und emeritierte Professorin der Aristoteles-Universität Thessaloniki der Zeitung Voria.
Foto: Marco Fründt
Nicht einmal ein Jahr hat es gedauert, bis das Mahnmal mit patriarchalen Symbolen verunstaltet wurde. Erst im Mai 2025 war die vom Bildhauer Mantolis Tzompanakis entworfene Statue auf dem Platz enthüllt worden. Dass die Täter auch das Gesicht der Statue unkenntlich gemacht haben, deutet zudem auf antifeministische Motive hin.
Tatsächlich wurde die Tat jedoch nicht, wie viele griechische Medien berichten, am Morgen des 8. März, sondern schon einen Tag zuvor begangen. Mittlerweile wurde die Schmiererei dürftig entfernt.
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