Technoparade in Berlin: Raven bei Regen
Dr. Motte und seine Raver:innen sind zurück: 30 Jahre nach der ersten Loveparade zieht unter dem Titel „Rave the Planet“ eine Techno-Demo durch Berlin.
dpa/afp/taz | Loveparade-Gründer Dr. Motte hat am Samstag am Berliner Kurfürstendamm sein neues Techno-Spektakel „Rave The Planet Parade“ gestartet. Zu Beginn gegen 14.00 Uhr hielt der 62-Jährige eine kurze Rede, in der er unter anderem für ein bedingungsloses Grundeinkommen für Künstler und für die Aufnahme der Berliner Technokultur ins immaterielle Unesco-Kulturerbe warb.
Wie die Paraden in den 1980er und 1990er Jahren ist der Umzug als Demonstration angemeldet und versteht sich als politische Veranstaltung. Laut Polizei werden 25.000 Menschen erwartet. In sozialen Netzwerken trendet das Ereignis trotz neuen Titels unter dem Hashtag #Loveparade und konkurriert mit einem weiteren sozialen Ereignis.
Die Polizei ist mit 600 Beamt:innen im Einsatz und zählte zu Beginn der Parade etwa 5.000 Teilnehmer*innen, verzeichnete aber weiteren Zustrom. An ihre berühmte Vorgängerin aus den 1990er Jahren, die Loveparade, reichte die Veranstaltung am Samstag bei Weitem nicht heran.
Dr. Motte, der bürgerlich Matthias Roeingh heißt, gab das Motto „Together again“ aus, das den Geist der Loveparade weitertragen soll. Die Neugründung hat aber sonst nichts mit der Ursprungsveranstaltung zu tun, wie die Veranstalter betonen. Die Marke Loveparade hatte der Techno-Pionier abgegeben. 2010 endete die Loveparade anderer Organisatoren in Duisburg in einer Katastrophe. 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.
Dr. Motte war erstmals 1989 mit einigen Mitstreitern und einem Musiklaster unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ über den Ku'damm gezogen. Später entwickelte sich die Parade zum Magneten für Hunderttausende. In Spitzenzeiten mehr als eine Million Menschen teilgenommen; ein Rekord wurde 1999 mit 1,5 Millionen Teilnehmern erreicht.
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