Tarifkonflikt im ÖPNV: Verdi bestreikt Busse und Bahnen ab Freitag
Verdi fordert für die Beschäftigten kürzere Arbeitszeiten und höhere Zuschläge. Ein Streik soll den Druck auf die Kommunen erhöhen.
Foto: Andreas Friedrichs/imago
afp | Der öffentliche Nahverkehr mit Bus und Bahn dürfte in zahlreichen Kommunen am Freitag und Samstag nur eingeschränkt funktionieren. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten von 150 kommunalen Nahverkehrsunternehmen zum Streik auf. Der bundesweite Arbeitskampf konzentriere sich auf Freitag, werde in vielen Tarifbereichen aber auch auf den Samstag ausgedehnt, erklärte Verdi.
Die Gewerkschaft will nach eigenen Angaben in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber ausüben. „Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle.
In den seit November laufenden Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert Verdi bessere Arbeitsbedingungen, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit, sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Ausgenommen vom Streik ist den Angaben zufolge Niedersachsen, wo noch bis Ende März eine Friedenspflicht gilt. Auch bei der Hamburger Hochbahn sowie bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein und in Baden-Württemberg steht eine Entscheidung über die Streikteilnahme noch aus. Einen ersten Streik hatte es Anfang Februar gegeben.
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