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Syrisches Abkommen mit der SDF Eine Chance für die Kurden

Lisa Schneider

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Lisa Schneider

Die Integration der SDF in die syrische Armee ist ein Risiko – aber auch eine Chance für die Kurden. Denn deren größter Feind lauert im Norden.

E twas ungelenk wirkend unterschrieben am Montagabend Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und Mazloum Abdi ein Abkommen. Abdi ist der Anführer der Syrian Democratic Forces (SDF), die als Streitkräfte des kurdischen Nordostsyriens fungieren. Mit dem Abkommen sollen die SDF in eine Nationalarmee Syriens integriert werden, die Kontrolle über Grenzübergänge sollen sie an Damaskus übergeben. Die Kurden erkennt das Abkommen als „integralen Teil des syrischen Staates“ an und sichert ihnen Teilhabe zu.

Das ist erst mal ein gutes Zeichen. Denn die SDF stehen unter hohem Druck – weniger durch die neue syrische Regierung, als durch die Türkei und die von ihr unterstützten Milizen im Norden Syriens. Luftangriffe durch das türkische Militär sind an der Tagesordnung, dabei sterben Zivilistinnen und Zivilisten.

Und die sogenannte Syrian National Army (SNA), eine türkische Proxymiliz, kämpft mit der SDF um die Vorherrschaft am Boden. Auch an den gezielten Tötungen Hunderter ziviler Alawitinnen und Alawiten Ende der vergangenen Woche und am Wochenende sollen die SNA und ihr verbundene Brigaden beteiligt gewesen –beziehungsweise hauptschuldig sein, wie manche Analysten schreiben, auch wenn das noch unbestätigt ist.

Al-Scharaa und seine Regierung sind der Türkei verbunden. Für das Gebiet um die Stadt Idlib, das er vor der Übernahme Syriens im Dezember 2024 kontrollierte, war das Nachbarland die Lebenslinie in die Welt. Ihre Luftangriffe und ihre Milizen in Nordostsyrien begründet die Türkei stets mit der dortigen Präsenz der PKK und der ihr nahen Kurdenmiliz YPG. Nach einer Reintegration des kurdischen Nordostsyriens greife die Türkei von der Zentralregierung kontrolliertes Staatsgebiet an.

Viele Menschen in Kurdistan vertrauen der neuen Regierung noch nicht – ob ihrer dschihadistischen Vergangenheit wohl zu Recht. Doch die akute Gefahr, die Luftangriffe, Drohnen und Kämpfer, gehen für sie nicht von der Regierung aus, sondern eben von der Türkei. Das Abkommen könnte endlich auch Ankara in die Schranken weisen.

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Lisa Schneider

Lisa Schneider Redakteurin für Nahost

Redakteurin für Westasien & Nordafrika. Studium in Beirut, Mainz und Paris. Alumna des Ernst Cramer & Teddy Kollek Programms (IJP) bei Times of Israel.
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4 Kommentare

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  • Das Abkommen ist eine Chance, aber es ist eben auch gefährlich, weil es mehr oder weniger durch die Türkei erpresst ist. Die neue Regierung tut immer sehr lieb, aber wie sieht Syrien in zehn oder fünfzehn Jahren aus?



    Wo sind die Kurden in diesem Bild?



    Ich fürchte, dass diese Regierung von einem rein islamischen Syrien träumt, angelehnt an wahabitistische Ideen und einen starken, dominanten Islam.

  • Gebt dem neuen Syrien eine Chance.



    Die Kurden machen wohl mit.

    • @LeKikerikrit:

      Weil sie keine Wahl haben.

      "Dem neuen Syrien" eine Chance geben? Welches "neue Syrien"? Das was da grade passiert ist vor allem einmal das Tun ausländischer Mächte (mit eigenen Interessen). Allen voran der Türkei und der Amerikaner.



      Seien sie bitte nicht naiv.

      • @Thomas O´Connolly:

        "Seien sie bitte nicht naiv."



        Erleichtert aber das "über"-leben, unter Umständen, für eine gewisse Zeit. Das Ziel muss nicht (unbedingt) eine kurdische Nation sein, auch nicht gegen die Türkei.



        Ich denke, das es das Ziel einer nicht religiösen motivierten Politik ist, sein muss, alle Bürger, nicht nur zu vereinen, sondern diese Frage erst gar nicht aufkommen zu lassen.



        Von daher finde ich den Kurden in Syrien gut.