Supercup der Frauen-Bundesliga: Bayern so top wie noch nie
Das Duell zwischen dem Meister Bayern München und Herausforderer VfL Wolfsburg lässt erahnen, wie langweilig die Bundesliga werden könnte.
D ie Kanonen mit Konfetti warteten in Karlsruhe noch auf den Startschuss, als etwas überraschend Lena Oberdorf bei der Siegerehrung nach vorne trat. Die Trophäe für den Supercup – erst im Vorjahr neu erschaffen – sollte bitte die Starspielerin empfangen, die so lange verletzt gewesen war.
„Ich bin gar kein Typ für den Mittelpunkt, um den Pokal zu übernehmen“, deshalb sei sie auch schnell wieder nach hinten getreten. Gleichwohl: Gegen die „schöne Wertschätzung“ hatte die 23-Jährige nach dem souveränen Triumph des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg (4:2) natürlich nichts ein einzuwenden.
Auch der Applaus der 16.933 Zuschauer berührte sie tief: „Das sind natürlich die Momente, wofür man dann als Sportler irgendwie auch lebt und wofür man dann nachher auch alles gibt, was man sich jeden Tag irgendwie auch vorstellt.“ Die Mittelfeldspielerin weiß nach ihrer komplizierten Knieverletzung wohl selbst am besten, dass die Rückkehr zu alter Leistungsstärke Geduld erfordert. „Ich bin happy, dass alles gehalten hat und ich fit im Training bin.“
Erst bei 60, 70 Prozent Leistungsstärke
Dass sich auf dem Bayern-Campus der beste Kader sammelt, auch der neue Coach José Barcala keinerlei Druck ausübt, sondern sich zuvorderst über die Rückkehr einer „fantastischen Spielerin“ freut, sollte helfen.
Bei ihrem halbstündigen Einsatz holte sie einen Elfmeter raus, den Georgia Stanway verwandelte (78.), nachdem zuvor Magdalena Eriksson (18.), Jovana Damnjanovic (25.) und Lea Schüller (72.) sehenswerte Treffer für Bayern erzielt hatten, der doch erst bei „60, 70 Prozent“ der Leistungsstärke steht, wie Laura Dallmann verriet.
Die viel zu zaghaften „Wölfinnen“, bei denen auch Alexandra Popp bloß noch eine Mitläuferin war, betrieben durch Vivien Endemann (58.) und Janina Minge (88./Foulelfmeter) nur Ergebniskosmetik.
Die Indizien für einen Durchmarsch der Münchnerinnen sind erdrückend, zumal DFB-Wortführerin Giulia Gwinn und FCB-Kapitänin Glodis Viggosdottir noch fehlten und Klara Bühl, Pernille Harder und eben Oberdorf anfangs draußen saßen. „Das liest sich schon gut, wer bei Bayern reingekommen ist. Das ist schon eine Hausnummer“, sagte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch, der keine spannende Bundesliga-Saison versprechen kann: „Der FC Bayern hat enorme Voraussetzungen. Das wird schwer dranzubleiben.“
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert