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Studie zum MarsKlimawandel im Weltall

Das Klima auf dem Mars hat sich stark verändert. Die Gründe dafür zu erforschen, kann auch beim Verständnis des Klimawandels auf der Erde helfen.

Der Mars (links) am sternenklaren Nachthimmel gesehen Foto: Peter Komka/epa

Temperaturen bis minus 100 Grad Celsius, tödlich starke UV-Strahlung, kein Tropfen Wasser und eine Atmosphäre, die in ihrer Zusammensetzung an Autoabgase erinnert: Lebensfeindlich ist der richtige Begriff für das Klima auf dem Mars. Doch das war nicht immer so. Wis­sen­schaft­le­r:in­nen gehen davon aus, dass es auf dem Mars einst deutlich wärmer und feuchter war, dass es dort Flüsse und Seen gab und eine viel dichtere Atmosphäre als heute. Das bedeutet, dass auf dem Mars zumindest die Bedingungen für Leben existierten.

Die Studie

Wis­sen­schaft­le­r:in­nen versuchen herauszufinden, wie sich das Klima auf dem Mars so stark ändern konnte. Ein Artikel im Fachmagazin Nature Geoscience diskutiert, welche Rolle verschiedene Prozesse in der Marsatmosphäre darauf gehabt haben könnten. Die auf dem Mars allgegenwärtigen Staubstürme zum Beispiel, die kleinste Partikel aufwirbeln. Oder atmosphärische Wellen, die die Dichte und Temperatur der Atmosphäre verändern. Raumsonden und Mars-Rover liefern empirische Daten über diese Prozesse. Sie dienen als Grundlage für Modelle, mit denen die Wis­sen­schaft­le­r:in­nen simulieren können, wie sich die Vorgänge gegenseitig beeinflussen.

Für den Artikel stellen For­sche­r:in­nen unterschiedliche Studien in einen Zusammenhang. Sie kommen zu dem Schluss, dass es nicht einzelne Prozesse waren, die dazu geführt haben, dass Wasserstoff und andere Gase aus der Marsatmosphäre ins Weltall entweichen konnten, sondern ihre komplexen Wechselwirkungen miteinander. Und gehen davon aus, dass das einer der Hauptgründe für die klimatischen Veränderungen und den Wasserverlust auf dem Mars war.

Was bringt’s?

Mehr über den Klimawandel auf dem Mars zu verstehen, ist nicht nur spannend für Menschen, die sich für außerirdisches Leben interessieren. Die Forschung kann auch dabei helfen, die menschengemachte Klimakrise auf der Erde besser zu verstehen. Denn auch wenn hier andere Bedingungen herrschen, sind Erkenntnisse über Prozesse in der Marsatmosphäre und vor allem darüber, wie diese miteinander interagieren, auch für das Verständnis der Erdatmosphäre nützlich. Die Klimamodelle der Erde mit dem abzugleichen, was auf anderen Planeten passiert, kann auch dabei helfen, Fehler in diesen Modellen zu entdecken und zu korrigieren.

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2 Kommentare

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  • 6G
    659554 (Profil gelöscht)

    Ja machen wir eine Studie. Das bringt uns bestimmt weiter!



    6 Jahre 2 Monate 28 Tage....

  • Ist das die wahrheitsseite?



    Das klima auf dem mars und auch dessen entwickung hat nichts mit dem klima auf der erde zu tun. Auch die aussagekraft der modelle für einen vergleich kann nicht hoch sein. Es sind ganz andere prozesse. Klar, gibt es immer wechselwirkungen, aber übertragen kann man davon nichts.



    Bei der begründung für die forschung ist es halt immer nett, wenn man was mit aktuellem bezug auf der erde herstellt.