Streik bei der Lufthansa: Jetzt wird's richtig drastisch
Der Konzern macht überraschend seine bestreikte Tochtergesellschaft Cityline dicht. Die Mitarbeiter werden mit sofortiger Wirkung freigestellt.
Foto: Andreas Arnold/dpa
Die Lufthansa stellt den Betrieb ihrer Regionalflug-Gesellschaft Cityline ab Samstag komplett ein. Der Schritt kommt überraschend. Eigentlich sollte der Zubringerservice erst perspektivisch beerdigt werden und gänzlich durch die Gesellschaft Lufthansa City Airlines ersetzt werden. Nun ist bei Lufthansa Cityline mit sofortiger Wirkung Schicht im Schacht – auch wegen der aktuellen Streikwelle.
Angesichts „deutlich gestiegener Kerosinpreise, die sich im Vergleich zum Zeitraum vor dem Irankrieg mehr als verdoppelt haben, sowie steigender Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen“ habe man sich entschieden, die sowieso geplante Umstrukturierung des Konzerns „in Teilen“ vorzuziehen, teilte die Lufthansa am Donnerstag mit.
Als „erster unmittelbar wirksamer Schritt“ würden daher „die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren“, so der Konzern. Bisher sollte Cityline den Betrieb erst 2028 einstellen. Die Regionaljets gelten als teuer im Betrieb.
Die Lufthansa reagiert damit auf den zurzeit unlösbaren Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über die betriebliche Altersvorsorge. Die Pilot:innen haben gerade die vierte Streikrunde begonnen. Am Mittwoch war der Versuch einer Schlichtung in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die Pilot:innen gescheitert. Die Lufthansa und Cockpit konnten sich nicht auf einen Themenkatalog einigen. Die Proteste der Beschäftigten überschatteten dabei den Festakt zu 100 Jahren Lufthansa in Frankfurt am Main.
Die Mitarbeiter:innen von Cityline werden nun freigestellt. Mit Blick auf die Crews der dichtgemachten Tochter fand der Konzern am Donnerstag wenig erbauliche Worte: „Das Ziel bleibt bestehen, Crews der Lufthansa Cityline Optionen für eine berufliche Perspektive in der Lufthansa-Gruppe ermöglichen zu können.“
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