Stadtautobahn A100 in Berlin: Verkehrsminister fordert Weiterbau durch Friedrichshain
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) pocht auf A100-Verlängerung. Die bevorzugte Variante fertig zu planen, sei „Sache von Wochen und Monaten“.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) pocht auf den Weiterbau der Autobahn 100 durch Friedrichshain bis zur Storkower Straße. „Der 17. Bauabschnitt muss kommen, das steht im Bundesverkehrswegeplan“, sagte Schnieder am Dienstagmorgen bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Vorzugsvariante für die rund 4 Kilometer lange Strecke „ist am Entstehen“, sie abzuschließen noch „eine Sache von Wochen und Monaten“.
Schnieder hatte den vorangehenden 3,2 Kilometer langen 16. Bauabschnitt zwischen dem Dreieck Neukölln und dem Treptower Park Ende August 2025 eröffnet – unter großem Protest. Schon damals habe er gesagt, dass der 16. Abschnitt nur Sinn mache, wenn der 17. komme – „und genau daran arbeiten wir mit Hochdruck“, so der Minister nun bei der IHK.
Die Bundesregierung hatte schon im März bestätigt, dass die A100-Verlängerung ein laufendes und fest disponiertes Vorhaben sei. Der gesetzliche Planungsauftrag für den 17. Bauabschnitt der A100 sei von der Autobahn GmbH des Bundes entsprechend umzusetzen, hieß es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag. Nach Auskunft der Autobahn GmbH soll auf Basis der Ergebnisse laufender Untersuchungen die technische Vorzugslösung im Sommer 2026 abgestimmt werden.
Offen ließ der Minister bei der IHK, ob die Verlängerung – für ihn „schon ein Riesenschritt“ – mit einer Brücke über die Spree führen oder sie unterqueren soll. „Das kann und will ich Ihnen noch nicht sagen“, erwiderte Schnieder in einer Fragerunde mit IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. Die ist mit der Materie aus früherer Tätigkeit gut vertraut: Schreiner, vormalige CDU-Landesvorsitzende, war bis vor rund zwei Jahren Berlins Verkehrssenatorin.
Die A100 verhinderte 2011 eine rot-grüne Koalition
Der Weiterbau der A100 ist seit Jahrzehnten umstritten. 2011 ließ er eine damals mögliche Koalition zwischen SPD und Grünen in der ersten Verhandlungsrunde platzen. Während der sozialdemokratische Regierungschef Klaus Wowereit wie nun der Bundesverkehrsminister auf den Weiterbau pochte, lehnten ihn die Grünen damals wie heute ab.
2022 aber änderte die SPD bei einem Landesparteitag ihre Haltung und sprach sich dafür aus, die A100 aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Auch die Linkspartei lehnt einen Weiterbau ab. Kommt es nach der Abgeordnetenhauswahl am 20. September zu einer Koalition dieser drei Parteien, stünden die Pläne des Bundesministeriums einer in der Frage geschlossen ablehnenden Landesregierung gegenüber.
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