Spendenbilanz 2025: Weniger Geld für gute Zwecke
Spendeneinnahmen und Zahl der Geldgeber:innen sind im vergangenen Jahr gesunken. Für den Tier-, Natur- und Klimaschutz gibt es aber mehr Geld.
Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage ist das Spendenaufkommen in Deutschland im vergangenen Jahr gesunken. Gegen den Trend zugenommen haben aber Zuwendungen für den Tier- sowie den Natur- und Klimaschutz. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Bilanz für 2025 des Deutschen Spendenrats hervor.
Insgesamt sank das Spendenaufkommen gegenüber 2024 um 9 Prozent auf 4,65 Milliarden Euro – so wenig wie seit 2013 nicht mehr. „Das ist nicht so stark, wie wir unterjährig befürchtet hatten“, sagte Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats, bei der Vorstellung der Bilanz vor Journalist:innen.
Mit 1,12 Milliarden Euro wurde fast ein Viertel des gesamten Aufkommens im Dezember 2025 gespendet, im Vergleich zu anderen Jahren besonders viel in diesem Monat. In die Bilanz eingegangen sind Zahlungen von Privatpersonen bis zu einer Höhe von 2.500 Euro jährlich. Unternehmens-, Groß- und Parteispenden wurden nicht erfasst.
Die Zahl der Gebenden ist um 848.000 auf 15,8 Millionen Personen gesunken – damit spendet fast jede:r vierte Bürger:in. Gleichzeitig ist die Höhe der durchschnittlichen Zuwendung um 3 Euro auf 46 Euro gestiegen. Personen, die älter als 60 Jahre sind, spenden von allen Altersgruppen nach wie vor am meisten. Aber hier gibt es Einbrüche. Senior:innen gaben 12 Prozent weniger für gute Zwecke als im Vorjahr. Auch die Diskussion über Pflegekosten führe zu rückläufigen Spenden in dieser Gruppe, sagte Wulff.
Viele Spenden für Tierschutz
Der Spendenrat führt das sinkende Aufkommen vor allem auf die schlechte wirtschaftliche Lage und Pessimismus bei potenziellen Geldgeber:innen zurück. „Wir befinden uns in einer Art Dauerkrisenzustand“, sagte Bianca Corcoran-Schliemann vom Marktforschungsinstitut YouGov, das mit einem „Charity-Panel“ das Spendengeschehen monatlich erfasst.
Die Zuwendungen von Privatpersonen für den Tierschutz stiegen wie in den Vorjahren weiter an. Sie lagen bei 421,9 Millionen Euro. „Sie machen inzwischen ein Drittel aller nichthumanitären Hilfen aus“, berichtete Corcoran-Schliemann. Im Bereich des Natur- und Klimaschutzes gibt es eine Erholung. Hier waren die Zuwendungen in den vergangenen Jahren stark gesunken. 2025 stiegen sie wieder um 30 Prozent auf 219,6 Millionen Euro.
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