Soziologe über Schule und Corona: „Es geht auch um Lebenschancen“

Die Pandemie verschärft die Probleme von Kindern aus sozial benachteiligten Familien, sagt Aladin El-Mafaalani. Dabei gäbe es praktische Lösungen.

Eine lehrperson steht auf der Linken seite und grüßt die Kinder die durch ein Tor gehen

In der schulfreien Zeit werden die Kinder auf ihre Herkunft zurückgeworfen Foto: Robert Michaeö/dpa

taz: Herr El-Mafaalani, wie würden Sie die Zeit während Corona erleben, wenn Sie Schüler wären?

Aladin El-Mafaalani: Dass der Unterricht ausfällt, wäre für mich kein Problem. Der Shutdown aber schon, weil ich als Schüler nur zum Schlafen und Essen nach Hause gekommen bin und sonst immer unterwegs war.

Wie finden Sie die Debatte über Bildung in Zeiten von Corona?

Es wird besser. Es wird mehr über die Kinder und Jugendlichen selbst gesprochen. Mittlerweile kommen benachteiligende Faktoren ins Spiel, hier und da hört man auch, dass es um Kinder in Armut geht. Noch vor ein paar Wochen wurde nur zwischen Wirtschaft und Gesundheit abgewägt. Zwischen der Situation von Älteren, Familien und Kindern abzuwägen, fand kaum statt. Das fand ich schon irre. Gerade diejenigen, die am wenigsten durch das Virus bedroht sind, wurden am stärksten durch die Einschränkungen belastet. Es geht um die Gesundheit der Kinder, aber auch um ihre Lebenschancen.

Die Schulen öffnen nach und nach. Wie funktioniert die Rückkehr?

Man muss sich schon fragen, warum so extrem auf die Abschlüsse und auf Abschlussklassen geschaut wurde. Ich finde es sehr schade, dass Grundschulkinder noch über einen langen Zeitraum wohl nur einmal in der Woche zur Schule gehen werden. Das ist zwar besser als gar nichts. An dem einen Tag in der Woche kann man ein paar Sachen organisieren, damit man dann ein bisschen strukturierter von zu Hause aus arbeiten kann. Aber man hätte es auch so organisieren können, dass alle jeden Tag kommen, dann aber eben nur zwei Stunden. Dass viele Lehrkräfte sehr kurzfristig Fernunterricht gestalten sollten, ohne über die Lebensverhältnisse der Kinder und die Voraussetzungen in den Familien Bescheid zu wissen, war ein entscheidendes Problem.

Es wird viel über digitale Möglichkeiten des Lernens während Corona diskutiert. Sie schreiben in Ihrem Buch über die besondere Bedeutung der Schule als Ort für Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen.

Dass die Schule nicht stattfindet, verschärft die Ungleichheit. Ferien sind ungünstig im Hinblick auf Kompetenzunterschiede je nach Schichtzugehörigkeit. Die Ferien sind aber nur sechs Wochen lang. Wenn wir sie jetzt über ein paar Monate haben, könnte es deutlich schlimmer werden. In der schulfreien Zeit werden die Kinder auf ihre Herkunft zurückgeworfen. Sie erleben nichts anderes mehr. Es gibt Kinder, die leben in einem total anregungsreichen Umfeld, andere nicht. Das macht den Unterschied.

Dieses Umfeld bestimmt den Habitus, ein Konzept des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, das Sie verwenden. Wie definieren Sie es?

Wie lange habe ich Zeit, es zu definieren?

So kurz wie möglich.

Habitus ist gelernte soziale Mentalität. Die Art und Weise, wie man die Welt erlebt, ein Muster, das das Denken und Handeln prägt.

Eignung, Neigung und Wille des Kindes zur geistigen Arbeit insgesamt“ sind laut Kultusministerkonferenz ein Kriterium, wenn Lehrer:innen in der Grundschule Empfehlungen für die weiterführende Schule aussprechen. Sie zitieren das. Bourdieu sagt über Habitus: „Wer den Habitus einer Person kennt, der spürt oder weiß intuitiv, welches Verhalten dieser Person verwehrt ist.“ Diese Sätze klingen ähnlich.

Mit Bourdieu gesprochen könnte „Eignung, Neigung und Wille zur geistigen Arbeit“ bedeuten: Bewertet den Habitus oder bewertet die soziale Herkunft mit. Für die meisten Lehrer:innen ist das aber nicht so relevant, wenn die Kinder nur Einsen haben. Aber in Grenzfällen …

… die es gibt, bekommen manche Kinder dann eine Empfehlung für die Realschule statt für das Gymnasium.

Es gibt drei soziale Faktoren, die über den Bildungsweg mitentscheiden. Zunächst Familie und Umfeld des Kindes, das soziale Milieu. Als Zweites das Bildungssystem und die Verzerrungen in der Bewertung und der Empfehlung. Aber der dritte Punkt fällt stärker ins Gewicht als das Urteil von Lehrer:innen: die Entscheidung der Menschen selbst. In den meisten Bundesländern entscheiden die Eltern relativ frei. Und sie entscheiden sich, wenn sie privilegiert sind, regelmäßig für das Gymnasium, unabhängig davon, was die Empfehlung ist; Eltern aus benachteiligten Milieus, gerade wenn sie in sehr prekären Verhältnissen leben, entscheiden sich überproportional häufig gegen ein Gymnasium trotz Gymnasialempfehlung.

wurde 1978 im Ruhrgebiet geboren. Er ist Soziologe und seit 2019 Professor für Erziehungswissenschaft am Lehrstuhl für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Uni Osnabrück. Zuvor hat er an einer Fachhochschule und in einem Berufskolleg gelehrt und als Abteilungsleiter im nordrhein-west­fä­li­schen Ministerium für Kinder, Flüchtlinge und Integration gearbeitet. Er ist Autor des Buches „Mythos Bildung“, 2020, Kiepenheuer & Witsch.

Dieses sozial verzerrte Entscheidungsverhalten überträgt sich später auf die Kinder. Diejenigen, die Abitur machen und aus benachteiligten Familien stammen, trauen sich häufiger nicht zu studieren. Wenn sie studieren, brechen sie häufiger ab. Wenn sie das Studium schaffen, streben sie seltener eine Promotion oder eine berufliche Karriere an, etwa weil sie sich das nicht zutrauen oder weil sie sich in diesem Milieu nicht wohlfühlen. Das heißt, es gibt soziale Filter, und die haben ganz viel damit zu tun, dass die Menschen ihre Herkunft in sich tragen. Den Habitus.

Dieser Habitus ist also etwas Hartnäckiges, das sich nicht verändern lässt?

Man müsste sich Mühe geben, damit sich so ein Habitus gar nicht verfestigt. Kinder in armen Verhältnissen verhalten sich wie Insolvenzverwalter. Sie verhalten sich klug, sie machen alles richtig. Ein Insolvenzverwalter muss kurzfristig und funktional denken, Knappheitsprobleme lösen. So müssen auch die Kinder auf Nummer sicher gehen, sie können kein Risiko eingehen. Am Ende tun sie immer das Gleiche. Sie sind nur dann motiviert, wenn sie genau wissen, wofür das gut ist, was sie lernen. Bildung ist etwas, bei dem man nicht weiß, was am Ende rauskommt.

Das Kind, das so aufwächst, wird so ein Denkmuster kaum los. Irgendwann gehört das zu seinem Charakter, seiner Mentalität. Man kann aber etwas dagegen tun, wenn in den Schulen alles erlebbar wird, was die Welt zu bieten hat, Kunst und Kultur, Handwerk, Ernährung. Die Schule ist die einzige Chance für arme Kinder, ihre Perspektive zu erweitern. Aber nur dann, wenn es in der Schule nicht nur um Betreuung geht, sondern um Bildung im weitesten Sinne, bis in den späten Nachmittag.

Also eine verallgemeinerte Ganztagsschule?

Es geht auch nicht nur um ein bisschen Ganztag. Wir müssen aufhören, Schule nur als einen Ort zu begreifen, wo Lehrer:innen arbeiten. Sie sind nur eine Säule. Es braucht gleichberechtigte, weitere Säulen, Menschen, die nicht Lehrer:innen sind und sich um die Kinder kümmern, multiprofessionelle Teams mit verschiedensten Expertisen, Vereinsstrukturen.

Und was passiert dann mit jenen, die durch eine solche Schule den Aufstieg schaffen?

Bildung hat einen sehr ambivalenten Charakter für Aufsteiger. Sie distanzieren sich sozial von ihrem Herkunftsmilieu, auch innerlich. Sie können sich entsprechend auch von den eigenen Eltern entfremden. Dinge verlieren an Bedeutung und werden entwertet, die in der Kindheit und Jugend wertvoll waren. Und die Menschen, die einen lieb haben, die einen zu dem haben werden lassen, was man ist, verlieren ebenso an Bedeutung. Man hat sich weniger zu sagen. Man versteht sich nicht mehr blind, obwohl Familie ja eigentlich ein solidarisches Band ist, wo man sich blind versteht. Aufsteiger erleben ihren Aufstieg zumindest zwischenzeitlich als sehr ambivalent. Sie verlieren die Nähe zum Herkunftsmilieu, finden aber nicht gleichzeitig eine neue soziale Heimat. Diese Zwischenposition kann sehr anstrengend sein.

Also bleiben Kinder aus Arbeiter:innenfamilien selbst dann Verlierer:innen, wenn sie es schaffen, aufzusteigen? Denn dieser Schmerz über den Verlust des Alten bleibt ja für immer. Und wahrscheinlich auch das Gefühl, trotz aller Bildungserfolge im Neuen nicht so richtig anzukommen.

Den Schmerz kann man nicht ganz auffangen. Aber eine Schule, wie ich sie vorschlage, könnte den Kindern helfen, bessere Bezugspunkte zu bekommen. Sie würde systematisch auf den Aufstieg vorbereiten. Vieles würden die Kinder nicht zum ersten Mal mit 20 erleben. Gerade wenn man in der Kita und in der Grundschule in die Offensive geht, dann gibt es die Möglichkeit, dass Kinder bestimmte Dinge nicht internalisieren und sich bei ihren Entscheidungen später nicht genauso verhalten wie ihre Eltern. Indem man die Erfahrungshorizonte von Kindern und Jugendlichen etwas stärker vereint, könnte das vielleicht auch langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Einmal zahlen
.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

-

Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz