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Sexuelle BelästigungKameras auf Berliner Hochschultoilette

An der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Lichtenberg wurden zwei Kameras auf den Damentoiletten gefunden. Die Polizei ermittelt gegen unbekannt.

Studierende entdeckten am vergangenen Mittwoch eine versteckte Kamera auf der Damentoilette der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) am Campus Lichtenberg. Mithilfe von Klettverschlüssen war sie an der Unterseite eines in den Kabinen angebrachten Mülleimers für Hygieneartikel befestigt worden. Noch am selben Tag wurde die Polizei informiert, die nach kurzer Suche eine weitere Kamera in der danebenliegenden Toilette sicherstellen konnte.

Auf dem Gelände der HWR werden auch Nachwuchskräfte für den gehobenen Dienst der Polizei ausgebildet, berichtet die Morgenpost. Auch auf den Damentoiletten des Bezirksamts Lichtenberg, das ebenfalls unter der Adresse Alt-Friedrichsfelde 60 zu finden ist, wurden Klettstreifen unter Mülleimern gefunden – allerdings ohne Kameras. Sowohl die Hochschule als auch das Bezirksamt Berlin erstatteten Strafanzeige bei der Polizei, die die sichergestellten Kameras nun auf DNA-Spuren untersucht.

Noch ist unklar, wer für die Installation der Kameras verantwortlich ist. „Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen werden durch das Landeskriminalamt der Polizei Berlin geführt und dauern an“, sagte ein Sprecher des Dezernats 14 für Sexualdelikte am Montag, das in dem Fall ermittelt. Die Toiletten sind öffentlich zugänglich – dementsprechend groß ist der Kreis der Tatverdächtigen.

Psychologisches Beratungsangebot für Studierende

Auch besteht Unsicherheit darüber, ob Aufnahmen bereits im Netz verbreitet wurden. Am Montag war noch nicht ersichtlich, ob die Kameras auch Bilder digital übermitteln können oder nicht. Eine Situation, die bei den Studierenden große Unruhe auslöst: Wer mit der Belastung nicht alleine bleiben möchte, kann sich an das psychologische Beratungsangebot der Hochschule wenden.

Sylke Schumann, Hochschulleitung und Pressesprecherin der HWR, bestätigte auf Nachfrage am Montag, dass das psychologische Betreuungsangebot der Hochschule von den Studierenden wahrgenommen werde. Die Strukturen für die psychologische Betreuung habe es bereits vor den Vorfällen gegeben, aber „wir haben noch mal explizit in dem Zusammenhang darauf aufmerksam gemacht, dass sich die betroffenen Personen dahin wenden können“, bekräftigte Schumann.

Wir haben jetzt natürlich eine erhöhte Aufmerksamkeit von allen Seiten

Sylke Schumann, Pressesprecherin HWR

Die Wachsamkeit am Campus sei in den letzten Tagen besonders hoch, betonte Schumann: „Wir haben jetzt natürlich eine erhöhte Aufmerksamkeit von allen Seiten – von der Hochschulleitung aus, aber auch von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die mit den Sicherheits- und Reinigungsfirmen im Kontakt sind und erhöhte Wachsamkeit an den Tag legen.“ Die HWR mietet die Räumlichkeiten in Lichtenberg von der BIM an.

Beide Standorte der HWR in Lichtenberg und Schöneberg wurden mithilfe einer Sicherheitsfirma nach weiteren Kameras abgesucht. Es konnten keine gefunden werden. Katja Cwejn, Pressesprecherin von BIM sagte dazu: „Wir sind in engem Austausch mit den Mietern vor Ort. Es wird kontinuierlich geprüft, dass nichts Neues dazu kommt. Aktuell liegt die Aufmerksamkeit darauf, die Räumlichkeiten regelmäßig abzusuchen.“

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