Memes zum Louvre-Raub: Das Internet stiehlt die Show
Nach dem spektakulären Juwelenraub im Pariser Louvre arbeitet Frankreichs Politik das Versagen auf. Memes sorgen für den Rest.
„Raubüberfall im Louvre von Paris“. Angesichts von Kriegen und Kulturkämpfen klang diese Eilmeldung am Sonntag fast schon nett und leicht. Es riecht nach „Thomas Crown“ oder nach Lupin aus der gleichnamigen, französischen Netflix-Serie. Und so hat sich der Diskurs wenige Tage nach der filmreifen Tat merkbar aufgespalten – in Pflichtbewusstes – und Internetmemes.
Während Polizei und Staatsanwaltschaft nach Objekten „von unschätzbarem Wert“ fahnden, die vier Unbekannte am Sonntag mithilfe eines Möbellifts aus der Apollo-Galerie des Louvre gestohlen hatten, ist der politische Diskurs in vollem Gange. Louvre-Direktorin Laurence des Cars räumte am Mittwoch bei einer Anhörung im Kulturausschuss Sicherheitslücken ein und forderte die Einrichtung eines Polizeipostens im Museum. Sie bestätigte auch, dass sie ihren Rücktritt angeboten hatte, was jedoch abgelehnt worden war.
Museen im In- und Ausland dürfte die Tat beunruhigen. Erst im September wurden bei einem Einbruch ins Pariser Naturgeschichtsmuseum Goldklumpen geklaut. Und hierzulande werden unliebsame Erinnerungen an Raubüberfälle im Grünen-Gewölbe Dresden (2019) und im Berliner Bode-Museum (2017) wach. Louvre-Direktorin des Cars betonte dennoch: „Museen sind keine Festungen und werden es auch nicht werden. Es liegt in ihrer Natur, offen zu sein.“
Kartoffelflip statt Türriegel
Doch das Ernsthafte hat bei spektakulären Museumsdiebstählen ohne Verletzte seit jeher einen schweren Stand. Und so häufen sich in den sozialen Medien nun lustige Memes. Auf der Kleidertauschplattform Vinted wurden Fake-Inserate zu den Juwelen erstellt und es gibt Symbolbilder für die Sicherheitsvorkehrungen im Louvre: Mit Kartoffelflip statt Türriegel.
Empfohlener externer Inhalt
Selbst der deutsche Mittelstand klinkt sich ein: Weil die Täter mit einem Möbellift der NRW-Firma „Böcker Maschinenwerke“ ins Gebäude gelangten, hat diese ein Meme kreiert mit dem Foto des Lifts vor dem Louvre und dem Text „Wenn’s mal wieder schnell gehen muss.“ Seine Firma sei „quasi bei einem Weltereignis mal dabei“ gewesen, sagte Geschäftsführer Alexander Böcker und so habe er mit seiner Frau überlegt, „wie man das vielleicht mit einer Prise Humor nutzen konnte“.
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