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Rückrundenstart der Fußball-BundesligaMangelnde Stabilität macht Meister

Erstmals seit zehn Jahren könnte der Meister nicht aus Dortmund oder München kommen. Voraussetzung ist, dass wieder alle ganz oft verlieren.

Jeder, der sich lobend zu RasenBallsport Leipzig und dessen Ambi­tio­nen, Deutscher Meister zu werden, äußert, hat gute Argumente: mit zwei Punkten Vorsprung Herbstmeister geworden. Einen sehr guten Kader versammelt. Einen sehr modernen Fußball zelebrierend. Ein guter und junger Trainer. Jahrelange sorgfältige Aufbauarbeit.

Sogar auf Gegenargumente à la „Geld schießt keine Tore“ lässt sich souverän antworten: Warum, Wolfsburg war doch vor zehn Jahren auch schon mal Meister!

Jedes der Argumente für eine nun beginnende RB-Hegemonie im deutschen Fußball leidet darunter, dass das empirische Anschauungsmaterial, die Hinrunde, so spannend und ausgeglichen war. Keine Favoritendominanz, viele liegengelassene Punkte. Es gibt keinen Grund, warum die Rückrunde nicht ähnlich verlaufen sollte.

Das heißt: Nicht eine neue Stabilität, die mit dem Geld von RedBull und dem Knowhow von Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann hergestellt wird, prägt die Rückrunde, sondern es wird umgekehrt kommen. Gerade die mangelnde Stabilität, für die ein Herbstmeister Leipzig und ein Vizeherbstmeister Mönchengladbach stehen, wird es möglich machen, dass wir nach zehn Jahren wieder einen Meister haben, der weder aus München noch aus Dortmund kommt.

Es kann schon sein, dass wir am 16. Mai Red-Bull-Duschen aus überdimensionierten Weißbiergläsern erleben werden. Schon dieses Szenario zeigt: Wir können uns bislang keine Leipziger Meisterfeier vorstellen.

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