Reaktionen auf Rede vor UN: Klimaschutz trotz Trump
Der US-Präsident hat bei der UN-Generaldebatte Staaten, die sich ums Klima kümmern, angegriffen. Nun kommt Widerstand – auch aus Deutschland.
Foto: Wolfgang Rattay/reuters
afp | Nach Attacken von US-Präsident Donald Trump auf die internationale Klimapolitik haben Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Regierungsvertreter vieler anderer Länder die „Dringlichkeit“ ehrgeiziger Klimaziele hervorgehoben. „Der Klimawandel ist weltweit spürbar“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der High Ambition Coalition. Zusammen könne die Welt „diese globale Krise“ aber bewältigen und „Millionen von Leben retten“.
In einer Rede bei der UN-Generaldebatte hatte Trump am Dienstag die Vereinten Nationen und deren Bemühungen für den Klimaschutz frontal angegriffen. Die Erkenntnisse zum menschengemachten Klimawandel nannte er einen „Scherz“, den sich „böse Menschen“ ausgedacht hätten. „Der Klimawandel – das ist der weltweit größte Betrug aller Zeiten“, sagte der US-Präsident.
Die High Ambition Coalition, die in ihrer Erklärung nicht direkt auf Trumps Äußerungen einging, rief die Weltgemeinschaft dagegen dazu auf, sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu orientieren. Die Warnungen der Wissenschaft dürften „nicht ignoriert oder verschwiegen werden“. Die Wissenschaft sei sich einig, „dass wir an die Grenzen unserer Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel stoßen“, heißt es in der Erklärung.
„Mit der Annäherung an die 1,5-Grad-Grenze stehen wir vor Kipppunkten, die unseren Planeten in eine noch größere und irreversible Katastrophe zu stürzen drohen.“ Die Treibhausgasemissionen müssten daher „jetzt ihren Höhepunkt erreichen und bis 2050 rasch auf netto null sinken, wenn wir eine Chance haben wollen, das Schlimmste zu verhindern“. Dazu müssten nun alle Länder ihrer Verpflichtung nachkommen und ihre nachgeschärften Klimapläne zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaschutzabkommen vorlegen.
Die High Ambition Coalition (etwa Hochambitionierte Koalition) ist ein informeller Zusammenschluss von Staaten mit ehrgeizigen Klimazielen, zu dem auch zahlreiche vom Klimawandel stark betroffene Entwicklungsländer zählen, darunter viele Inselstaaten. Sie hatte sich bei der UN-Klimakonferenz 2015 gegründet und zum Zustandekommen des Pariser Abkommens beigetragen.
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