Reaktion auf Nato-Einsatz in der Ägäis: Schleuser weichen aus
Die Präsenz der Nato-Schiffe an einzelnen Küstenabschnitten reicht nicht aus, sagt ein Nato-Kommandeur. Die Schleuser stellen sich darauf ein.
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dpa | Die Flüchtlingsschleuser in der Türkei stellen sich mit Ausweichmanövern auf den Nato-Einsatz in der Ägäis ein. Die 20 bis 40 Flüchtlingsboote pro Tag suchten sich ihre Routen danach aus, wie der Nato-Verband mit seinen sieben Schiffen aufgestellt sei, sagte Nato-Kommandeur Jörg Klein der Deutschen-Presse-Agentur. „Wenn wir da sind, wirkt das. Aber die Schleuser sind sehr flexibel und verlagern ihre Schwerpunkte.“
Die Präsenz an einzelnen Küstenabschnitten reicht laut Klein nicht aus. „Wenn sie Lesbos abriegeln, dann ist zu erwarten, dass sich die Flüchtlingsströme andere Wege suchen“, sagte der Flottillenadmiral, der mit dem Versorgungsschiff „Bonn“ in der Ägäis unterwegs ist. „Deswegen ist es sinnvoll und auch geplant, die Nato-Aktivität möglichst rasch auf weitere Küstengewässer in der Ägäis auszuweiten.“
Bisher hat der Nato-Einsatz noch nicht zur gewünschten Eindämmung der Flüchtlingsbewegung von der Türkei nach Griechenland geführt. In der ersten Woche unterschieden sich die Zahlen kaum von denen der Vorwoche. Der Nato-Verband überwacht bisher nur den Seeraum zwischen der Türkei und Lesbos. Auch dort haben die Flüchtlingszahlen aber nicht abgenommen.
Klein hält es trotzdem für verfrüht, daraus Schlüsse zu ziehen. Die Flüchtlingsbewegung werde auch von der Logistik der Schleuser, den Wetterbedingungen oder der Kommunikation über soziale Medien beeinflusst, sagte er. Die Kooperation mit den Küstenwachen Griechenlands und der Türkei wertete er als „ausgezeichnet“.
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