Rassismus bei der Polizei: Postings aus der Dienststelle
Nun stehen noch mehr Bundespolizisten aus Hannover im Verdacht, Menschen misshandelt zu haben. Gegen vier von ihnen wird ermittelt.
Die Staatsanwaltschaft in Hannover hat ihre Ermittlungen gegen Bundespolizisten der örtlichen Direktion ausgeweitet. Nachdem bereits gegen den Polizeiobermeister Torsten S. wegen Körperverletzung, unerlaubtem Waffenbesitz und dem Besitz von Kinderpornos ermittelt wird, hat die Staatsanwaltschaft jetzt vier weitere Bundespolizisten der Dienststelle am Hauptbahnhof im Visier.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass auch gegen sie „im Wesentlichen wegen Körperverletzung im Amt“ ermittelt wird. Zu den konkreten Vorwürfen wolle man sich wegen des laufenden Verfahrens aber nicht äußern. Fakt ist, dass jetzt gegen fünf Beamte der Dienststelle wegen Körperverletzung ermittelt wird. Das Torsten S. bei seinen Taten Unterstützer hatte, wurde schon länger vermutet.
Die Bundespolizei in Hannover scheint von den neuen Ermittlungen überrascht zu sein. Eine Sprecherin sagte, man hätte von den Vorwürfen gegen die vier Beamten erst am Mittwoch durch eine Anfrage des NDR erfahren.
Gegen Torsten S. wird bereits seit Anfang Mai ermittelt. Er soll zwei Flüchtlinge in der Dienststelle am Hauptbahnhof misshandelt haben und wurde von seinen Kollegen angezeigt. Eines der Opfer, ein Marokkaner, hat bereits ausgesagt. Den zweiten Flüchtling, einen Mann aus Afghanistan, hat die Staatsanwaltschaft bis heute nicht finden können, so die Sprecherin. Sie bestätigte außerdem, dass ein Deutscher, dem vermutlich von Torsten S. ein Zahn ausgeschlagen wurde, mittlerweile eine Aussage gemacht hat.
Derzeit werden die Einträge einer Facebook-Gruppe der Dienststelle Hannover von der Staatsanwaltschaft überprüft. Der NDR hatte bereits Auszüge veröffentlicht. Einige Polizisten hetzten darin gegen kriminelle Ausländer, Muslime und Sinti und Roma. Ein Beamter schrieb: „Armes Deutschland! Ich hoffe, dass man sich irgendwann mal besinnt und die Gesellschaft diesem kriminellen Migrationsmob zeigt, wo es langgeht.“ Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, man habe aber bisher „keine systematische Fremdenfeindlichkeit unter den Beamten feststellen können“.
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