Radrennen im Homeoffice: Von der Rolle

Über 4.000 Radfahrer sind beim virtuellen Rennen Mailand–Sanremo dabei. Zu Coronazeiten wird die simulierte Welt immer beliebter.

Radprofi fährt auf der Rolle und vor einem Computer

Regensicher: Radprofi Pawel Poljanski strampelt die erste Giro d'Italia-Etappe 2019 digital ab Foto: imago/LaPresse

So ganz ist der echte Frühjahrsklassiker Mailand–Sanremo dann doch nicht aus dem Terminkalender der Pedaleure gestrichen worden. Natürlich strampelte niemand am 21. März durch das europäische Epizentrum der Coronaepidmie, durch die Straßen Norditaliens. Die einheimischen Gesundheitsbehörden verkündeten bereits Anfang März das Aus für alle Draußen-Ver­anstaltungen. Doch virtuell fand Mailand–Sanremo statt.

Am letzten Samstag, dem lange geplanten Austragungstermin des abgesagten Rennens, konnten zumindest die letzten 57 Kilometer mit den mythischen Anstiegen Cipressa und Poggio unter die Pedale genommen werden. Mehr als 4.000 Fahrer loggten sich über ihre Garmin-Radcomputer in den Kurs ein. Unter ihnen war mit Vincenzo Nibali auch ein früherer Gewinner des echten Rennens. „Es war eine schöne Initiative, die Strecke zu fahren, während ich zu Hause blieb“, teilte Nibali später mit. Es war eher eine Trainingsfahrt, zu Hause auf der Rolle. Zudem eine Möglichkeit, mit Kollegen und Fans zu chatten.

Zahlreiche Rennställe nutzen derzeit die digitalen Möglichkeiten. Das australische Team Mitchelton-Scott entwickelte auf der Plattform Zwift eine ganze Serie von Trainingsfahrten und sogar Wettkämpfen. In vier unterschiedlichen Leistungsgruppen wurden etwa einzelne Gipfel erklommen. Amateurradler konnten sich unter die Profis mischen. Auch Israel Start-Up Nation, Rennstall von André Greipel und Nils Politt, lud letzte Woche zu einem Trainingsausritt auf Zwift ein.

Greipel, elffacher Etappensieger bei der Tour de France, ist schon ein alter Zwift-Hase. „Ich bin seit drei, vier Jahren dabei und einer der ersten Profis, die das nutzten“, erzählt er der taz. Er benutzt die App vor allem zum Training. „Es gibt dort viele schöne Trainingsprogramme. Man kann sie sich selbst erstellen, aber auch Zwift bietet Trainingspläne an, die man über mehrere Wochen befolgen kann“, erzählt er.

Kurven fahren im Wohnzimmer

Interessant für ihn und andere Profis sowie ambitionierte Amateure ist, dass die Programme exakt auf die funktionelle Leistungsschwelle, also die zu erreichenden Wattwerte, einstellbar sind.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Möglich ist dies dadurch, dass die smarten Rollen, auf denen die Rennfahrer sitzen, die Leistung in Watt, aber auch Parameter wie Herzfrequenz messen und die Daten über Bluetooth an die App weitergeben. Wenn der Kurs eine Steigung hat, wird automatisch der Widerstand der Pedale größer. Man muss also mehr Kraft aufwenden.

„Es ist ein vollkommen realistisches Szenario“, erzählt Jason Osborne. Er ist Ruderer im Hauptberuf, wurde 2018 Weltmeister im Leichtgewichtseiner. Sein Herz schlägt aber auch für den Radsport. Für den auf der Straße wie den virtuellen. Er wurde unter anderem Fünfter bei den Deutschen Meisterschaften im Zeitfahren. Auch für große Leistungen in den Bergen reichen seine Wattwerte. „Auf Strava bin ich unter den Top 10 in L’Alpe-d’Huez“, meint er stolz. Auf die App Strava können Radsportler die Zeiten hochladen, die sie für die Bewältigung von Anstiegen gebraucht haben. Osborne bestritt auch noch die Alpe du Zwift. Das ist virtuelles Klettern im digitalen Nachbau von L’Alpe-d’Huez. Osborne gewann den Wettbewerb sogar.

„Vom Leidensdruck her ist es auf jeden Fall gleich“, vergleicht er die virtuelle und die realweltliche Piste. Jede Verschärfung des Anstiegs schlägt sich im erhöhten Widerstand der Pedale nieder. Auch optisch ist die Szenerie gut eingefangen. „Wir fahren die Strecke mit 360-Grad-Kameras ab und nehmen die gesamte Umgebung auf. Diese Aufnahmen verknüpfen unsere Spiele-Designer mit Geodaten im gpx-Format und Bildern von Google Street View, um eine exakte digitale Kopie des Kurses zu erstellen“, erklärt Chris Snook, Sprecher von Zwift. Zahlreiche ‚echte‘ Kurse hat Zwift bereits kreiert. Die WM-Kurse von Richmond, Yorshire und Innsbruck gehören dazu, auch der Olympiakurs von London. Und auch die erste Etappe des Giro 2019, den Zeitfahrkurs von Bologna, kann man auf Zwift befahren.

Gerüchte um den virtuellen Giro

Für virtuelle Kopien der ausgefallenen Rennen dieser Saison reichte aber die Zeit nicht. „Wir brauchen Monate, um einen solchen Kurs zu kreieren“, bittet Snook um Verständnis. Gerüchten in der Szene zufolge bastelt die Firma aber gegenwärtig an dem Auftaktzeitfahren des Giro d’Italia 2020 in Budapest. Das war für den 9. Mai terminiert, ist jetzt aber auf ein unbestimmtes Datum verschoben. Die virtuelle Version könnte also noch vor der realen Austragung präsentiert werden – oder als deren Ersatz, falls der Giro komplett ausfällt.

Denn wie es draußen weitergeht, weiß derzeit niemand. „Mein nächstes Rennen in dieser Saison? Gute Frage“, meint Radprofi Greipel nur. Er nutzt die Trainingseinheiten auf Zwift, um sein aktuelles Niveau zu halten – und dann an Intensitäten zuzulegen, wenn sich wieder ein Rennkalender abzeichnet.

Laut Angaben von Zwift-Sprecher Snook nutzen derzeit mehr als 200 Profis aus WorldTour-Rennställen die Plattform. Bekannte Namen sind darunter wie Toursieger Geraint Thomas und Universaltalent Mathieu van der Poel. „Einer der ausdauerndsten Nutzer ist mit fast 19.000 gefahrenen Kilometern Edvald Boasson Hagen“, teilt Snook mit. Mehr noch, etwa 20.000 Kilometer soll der Triathlon-Olympiasieger und dreifache Ironman-Gewinner Jan Frodeno absolviert haben. „Jan hat gerade eine neue Rennserie gestartet – Frodissimo Friday. Da waren zuletzt 2.000 Teilnehmer dabei“, sagt Snook.

Auf den virtuellen Renn- und Trainungsstrecken treten viele prominente Athleten unter ihren echten Namen auf. Sie sind für die Mitfahrer ansprechbar, wie Greipel versichert. „Es sind derzeit viele Leute unterwegs auf Zwift. Natürlich kann man bei mir mitfahren am Hinterrad. Da wird auch der Windschatten eingerechnet. Und unterwegs kann man miteinander chatten“, sagt Greipel.

Man fragt sich fast, warum es noch Radfahren draußen gibt, wenn doch die Simulation so toll ist

Schummeln um Spitzenplätze

Diese sozialen Qualitäten schätzen viele Profis. „Bevor es Zwift gab, war Rollentraining eine einsame Sache. Du warst zu Hause, für dich allein. Jetzt aber kannst du nicht nur in die Umgebungen eintauchen. Du kannst dich auch mit deinen Kumpels treffen und mit ihnen reden, egal, wo sie sich aufhalten“, meinte Adam Yates nach der Mountain Chop Challenge seines Teams Mitchelton Scott auf Zwift. Auch für Greipel ist dank der virtuellen Umgebung der Reiz am Rolle-Fahren gestiegen – von etwa minus unendlich auf ein freudvolles Maß. „Ich habe Rolle fahren gehasst. Aber seit es Zwift gibt, schaffe ich auch, drei, vier Stunden auf der Rolle zu fahren“, sagt er.

Mit Wettkämpfen auf Zwift mag sich der Kölner aber noch nicht so anfreunden. „Rennen fahre ich ungern, es ist ja schon sonst genug Quälen dabei. Ich muss mich nicht noch auf der Rolle mit jemandem messen“, meint er. Sprintduelle auf Zwift trägt er also eher nicht aus. Ein wenig schrecken ihn auch die Schummelmöglichkeiten im virtuellen Raum ab. Wer nur ein reduziertes Gewicht angibt, fliegt dann manchmal die Berge hoch oder entwickelt eine enorme Endgeschwindigkeit. „Bei manchen fragt man sich da schon, warum sie nicht bei der Tour de France antreten“, meint Greipel trocken.

Gegen die derbsten Schummeleien geht Zwift aber vor. „Bei den großen Wettkämpfen ist es so, dass man sein Gewicht über Online-Waagen messen muss. Und wenn es ganz krasse Watt pro Kilogrammwerte gibt, werden diese Leute auch aus der Wertung genommen“, berichtet Osborne. Zwift steht hier vor vergleichbaren Problemen wie anfangs die App Strava. Da versuchten einzelne Rekordjäger auch, Gipfelbestzeiten mit dem Auto zu erreichen, dabei den Radcomputer brav auf dem Schoß haltend. Damals halfen Algorithmen, die Schummeleien aufzuspüren.

Etwa 1.000 Trainingsprogramme und gut 300 Events täglich werden angeboten, erzählt Snook. Sogar Pflastersteinsektionen gibt es, noch nicht aber Nachbildungen vom Klassiker Paris–Roubaix. „Wenn man diese Strecken mit den Smart-Trainern von Tacx Neo oder Flux fährt, überträgt sich durch die Vibrationen sogar das Rüttelgefühl, als würde man über das Pflaster fahren. Das ist ziemlich cool“, schwärmt Snook.

Man fragt sich fast, warum es denn überhaupt noch Radfahren draußen gibt, wenn doch die Simulation so toll ist.

Einen etwas bedenklichen Effekt des Fahrens in den eigenen vier Wänden hat Ruderer und Radsportler Osborne bereits an sich beobachtet. „Bevor es Zwift gab, bin ich mehr draußen gefahren, auch wenn das das Wetter nicht so toll war. Jetzt aber gehe ich, kaum wird es etwas schlechter, gleich auf die Rolle“, sagt er.

Zwift kann so manchen harten Kerl und manche windbeständige Frau also auch ein wenig verweichlichen. Aber vielleicht sind die nächsten Editionen für noch höheren Erlebniswert dann mit Sprinkleranlagen und Windmaschinen verbunden, um Regen und Wind zu simulieren. Über die Schnittstellen des Smart Home könnte man ja schon jetzt die Temperaturen verändern.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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