Proteste in Tunesien

Zehntausende demonstrieren friedlich

Regierungsgegner, wie -anhänger zeigen Stärke. In der Nacht zum Sonntag sind sie auf Tunis' Straßen unterwegs. Neuwahlen sind für Dezember geplant.

Oppositionelle Kundgebung in Tunis. Bild: reuters

TUNIS afp | Sowohl Anhänger als auch Gegner der tunesischen Regierung sind in der Nacht zu Sonntag erneut zu zehntausenden auf die Straße gegangen. Unterstützer der islamistischen Regierungspartei Ennahda versammelten sich in der Hauptstadt Tunis auf dem Kasbah-Platz, wo sich der Regierungssitz befindet, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Ennahda gab die Zahl der Demonstranten mit rund 200.000 an, die Polizei machte keine Angaben. Die Menge skandierte Slogans wie „Legitimität“, „Das Volk will Ennahda“ und „Gott ist der größte“.

Menschen schwenkten die tunesische Flagge und die Fahne der Ennahda, aber auch die der Salafisten-Bewegung. Die Demonstration verlief friedlich; es war der bislang größte von der Ennahda organisierte Protest seit Beginn der politischen Krise in Tunesien.

Unweit von dort demonstrierten tausende Oppositionsanhänger und forderten die Auflösung des Parlaments sowie den Rücktritt der Regierung. Tunesien wird seit Tagen von Protesten gegen die Regierung erschüttert. Auslöser ist die Ermordung des Oppositionspolitikers Mohamed Brahmi am 25. Juli. Seine Anhänger machen die regierende Ennahda-Partei für den Mord verantwortlich.

Das Kabinett beschloss inzwischen die Abhaltung von vorgezogenen Neuwahlen, um das Land aus der Krise zu führen. Sie sollen am 17. Dezember stattfinden. Zugleich schloss Ministerpräsident Ali Larayedh einen vorzeitigen Rücktritt aus. Für kommenden Dienstag kündigte die Ennahda eine große Kundgebung an.

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