Protest gegen Abtreibungsgegner: Für das Recht auf Selbstbestimmung

Zum Aktionstag gegen die Demo von Abtreibungsgegnern am Sonnabend in Berlin wird in mehreren Veranstaltungen über sexuelle Gewalt diskutiert.

Widerstand gegen den „Marsch für das Leben“ 2019 Foto: C. Suthorn/Wikimedia Commons

Dass in Punkto Feminismus und sexueller Selbstbestimmung, selbst in linken Kreisen, noch viel Luft nach oben ist, ist unbestritten – dass man das nur kollektiv angehen und ändern kann aber auch. Also los!

Denn in linken (Frei-)Räumen, die oft als safe spaces gelten, passiert sexuelle und sexualisierte Gewalt ebenso. Aber wie geht man mit den Tätern um und wie kann Betroffenen geholfen werden? Wie können etwa Vorfälle aufgearbeitet und bewältigt werden? In der Ankündigung zu der Veranstaltung „Keine sicheren Räume?“ heißt es:

„Von der Definitionsmacht hin zu community accountability und transfortmative justice, zwei Begriffe die in der aktuellen Debatte immer wieder auftauchen. Aber was steckt dahinter und können uns diese Konzepte bei der Bewältigung des Problems helfen?“ Diskutiert wird dazu unter freiem Himmel und unter Wahrung der geltenden Abstandsregeln mit der Gruppe e*space und dem Leipziger Feministen und Publizisten Kim Posster (17. 9.,://about blank, Markgrafendamm 24c, 19 Uhr).

Zum offenen Treffen der pro_feministischen Vernetzung lädt dagegen der Blog Kritische Männlichkeit ein. Es soll um Formen und Gestalt pro:feministischer Arbeit gehen. Gleichzeitig ist es ein Vorbereitungstreffen gegen den „Marsch für das Leben“ am 19. September, bei dem es diverse Aktionen gegen Anti-Feminist:innen und Fundamentalist:innen geben soll. Ziel ist eine langfristige pro:feministische Vernetzung. Gearbeitet wird in Kleingruppen. Um Mundschutz und Wahrung der Abstandsregeln wird gebeten.

Der Aufruf zu pro:feministischer Vernetzung findet sich unter: kritische-maennlichkeit.de. Über ein Kontaktformular kann man sich dort für den Mailverteiler und/oder die Telegram-Gruppe anmelden. Der Ort der Veranstaltung wird über beide Kanäle bekannt gegeben (17. 9., 19 Uhr).

Da die Kulturbeilage taz Plan in unserer Printausgabe derzeit pausiert, erscheinen Texte nun vermehrt an dieser Stelle. Mehr Empfehlungen vom taz plan: www.taz.de/tazplan.

Auf der ganzen Welt erstarkt die Anti-Choice-Bewegung von Abtreibungsgegner:innen und deren menschenverachtender Ideologie. Auch in Deutschland werden Schwangerschaftsabbrüche von etlichen Menschen stigmatisiert und kriminalisiert, während die AfD versucht, das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung weiter einzuschränken. Am 19. September findet in Berlin erneut der sogenannte Marsch für das Leben der Abtreibungsgegner:innen statt. Darum heißt es: Dagegen halten und den Tag zum Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung machen.

Was kann man konkret machen? Zum Beispiel den Aktionstag im Freund:innenkreis bekannt machen und dazu via Facebook, Twitter und Co. unter #berlin4choice #wegmit219a #wegmit218 mobilisieren. Oder Plakate, Aufkleber und Flyer er- bzw. bestellen und eine der Veranstaltungen besuchen. Eine weitere Möglichkeit sind Spenden zur Deckung der Kosten für den Aktionstag.

Alle Infos, Veranstaltungen und das Programm der Kundgebung kann man hier nachlesen: www.sexuelle-selbstbestimmung.de. Es wird um Mindestabstand und das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung gebeten (19. 9., Pariser Platz, ab 12 Uhr).

Wer nach der Demo noch zum Austausch und Abspannen zusammen kommen will, kann dies am FLINT* Abend (nur für Frauen, Lesben, inter*Personen, nicht binäre Menschen und trans Menschen) in der Tristeza:: kollektivkneipe:: in Neukölln tun (19. 9., Pannierstr. 5, ab 18 Uhr). Ab Oktober wird der FLINT* Abend dann wieder jeden 3. Freitag des Monats stattfinden.

Unter dem Titel „Democracy is female: Küchengespräche über den Frauenaktivismus in Osteuropa“ gibt es zudem eine Online-Veranstaltung, bei der alle eingeladen sind mit zu diskutieren. Bei dem Gespräch sind als Gäste dabei: Kalina Drenska (Bulgarisches Frauen*Kollektiv FemBunt), Iza Bułeczka (feministische Künstlerin und Illustratorin), Alexandra Goloborodko (Künstlerin und Kuratorin), Roksana Wiankowska (Aktivistin und Autorin). Die Expertinnen sprechen über Feminismus in Polen, Russland und Bulgarien.

Ebenso Thema sind unterschiedliche Formen von Aktivismus und und wie man einen positiven Wandel herbeiführen kann. Eine Anmeldung ist über Eventbrite möglich. Der Link zur Online-Veranstaltung wird mit der Anmeldebestätigung verschickt (19. 9., Zoom, 19 Uhr).

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Jahrgang 1984, Magistra Artium Kunstgeschichte/ Theaterwissenschaft, FU zu Berlin. Tätig für die taz seit 2011, Digitale Transformation.

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