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Promis und SexismusDer Manuel, der Andrew und die Sache mit den Frauen

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Gegen ein Kompliment zu schönen Haaren und rehbrauen Augen ist doch eigentlich nichts einzuwenden. Oder?

War da was? Manuel Hagel, Landesvorsitzender der CDU und Spitzenkandidat in Baden-Wuerttemberg Foto: Juliane Sonntag/imago

M anuel, braune Haare, himmelblaue Augen. Der wird jetzt rot zu Hause, wenn er das liest grad hier. Oder? Aber das muss er gar nicht. Er sieht super aus, ist schön glatt und lässt sich von seiner Frau den Kopf waschen. Einen Manuel wünscht sich jede Mutter zum Schwiegersohn, übrigens nicht nur heimlich.

Verstehe da jemand, warum sich jetzt alle so aufregen über Manuel, der mit Nachnamen Hagel heißt und CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am nächsten Wochenende ist. Nur weil er vor acht Jahren einer Schülerin wegen ihrer Haare und Augen ein Kompliment gemacht hat. Wer sonst sollte das besser können als jemand, der die Haare schön hat. Und wer freut sich nicht über ein Kompliment? Jeder Zuspruch ist doch Balsam für die Seele.

Das haben nur noch nicht alle verstanden – und interpretieren ein Kompliment zu Haaren und Augen als Sexismus und Altherrenhumor. Dabei kann man Letzteres Manuel nun wirklich nicht vorwerfen, so jungenhaft wie er mit seinen 37 daherkommt. Wer geht da nicht gern „Auf ein Bier mit Manuel Hagel“ – und lässt sich mit Komplimenten überschütten.

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Oder lieber ein Scotch mit Andrew? Andrew, graue Haare, blassblaue Augen. Anders als Manuel ist Andrew nicht mehr jungenhaft. Mit jung verbindet ihn einzig sein krimineller Drang, Mädchen und junge Frauen zu benutzen, als wären sie ein Einstecktuch mit seinen gestickten Initialen. Möglicherweise hält sich Andrew für was Besseres. Jedenfalls hat er das zu Protokoll gegeben, als die Polizei ihn neulich verhaftete.

Adel verpflichtet

Da krähte er immer und immer wieder: „Ich bin der Sohn der Queen, das könnt ihr mir nicht antun.“ Ein Königskind, ein Prinz zu sein, das kann ja jeder behaupten. Auch wenn Andrews Nachname – Mountbatten Windsor – einen Hinweis darauf geben könnte, dass in Andrews Adern britisch-blaues Blut fließt. Offenbar hat niemand Andrew ein königliches Grundcredo verraten: Adel verpflichtet. In jeder Beziehung.

Aber Manuel ist nicht Andrew, das muss man ganz deutlich sagen. Manuel ist ein kleines Licht, Andrew ein großer Übeltäter, ein Verbrecher. Manuel sagt, er will nie wieder Haar-Komplimente machen. Bei Andrew ist alles zu spät, egal was er sagt.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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2 Kommentare

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  • Wo viel Licht ist ist auch viel Schatten. Mit einer Ode an die Mädchen mit den rehbraunen Augen wird man sofort Ehrenmitglied der CDU, was will man mehr.

  • Ideal. So blaue Augen...:



    www.youtube.com/watch?v=7zel0DKHLSc