Programmkürzungen bei ARD und ZDF: Drei Angebote gebündelt, drei eingestellt
ARD und ZDF einigten sich auf Einsparungen bei den Sendern. ZDFneo und ZDFinfo werden künftig mit der ARD betrieben. ARD-alpha und One fallen weg.
kna | ARD und ZDF haben sich auf die Zusammenlegung ihrer Spartenkanäle geeinigt. Danach verzichtet die ARD auf die bisherigen Angebote One, Tagesschau24 und ARD-alpha. Der bisher allein vom ZDF betriebene Sender Neo wird dafür künftig gemeinsam von ARD und ZDF veranstaltet und bietet ein gemeinsames Angebot für junge Erwachsene. Ebenso wird das bisher allein vom ZDF getragene ZDFinfo zum Gemeinschaftsprogramm für Dokumentationen mit der ARD und übernimmt damit die Funktion von ARD-alpha.
Der ARD-Kanal Tagesschau24 wiederum geht im bereits heute von ARD und ZDF gemeinsam betriebenen Ereigniskanal Phoenix auf. Phoenix wird damit als gemeinsames Informationsangebot für das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit den Angeboten von ARD aktuell, ZDF heute, der Parlaments- und Ereignisberichterstattung sowie begleitenden Gesprächssendungen gestärkt.
Damit werden „die drei nutzungsstärksten Angebote in den Bereichen Information, Bildung, Dokumentation und junge Erwachsene fortgeführt und bilden die Basis für die Zusammenarbeit“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von ARD und ZDF.
ZDF-Chef Himmler: „Keine leichte Arbeit“
ZDF-Intendant Norbert Himmler erklärte: „Da kommt das Beste aus beiden Welten zusammen.“ Allerdings sei die durch den Reformstaatsvertrag der Länder verordnete Zusammenlegung bislang separater Angebote für ZDF und ARD „keine leichte Arbeit“ gewesen. Sie sei aber in einer sehr konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre erfolgt. „Wir haben uns dabei an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen wir als starke Partner gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen können“, so Himmler.
„Zusammen werden wir noch besser. Das haben wir oft bewiesen, und so haben wir auch hier gearbeitet“, sagte der ARD-Vorsitzende Florian Hager. Erfolgreiche digitale Angebote wie funk oder der Kinderkanal hätten bereits nachhaltig gezeigt, „was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen“, so Hager, der Intendant des Hessischen Rundfunks ist.
Der im Dezember 2025 in Kraft getretene Reformstaatsvertrag schreibt ARD und ZDF vor, die Anzahl der linearen Kanäle zu reduzieren und sie nur noch gemeinsam zu veranstalten. Nicht von der Zusammenlegung betroffen sind funk und der Kinderkanal für junge Zielgruppen sowie die Kulturkanäle Arte und 3sat. Arte soll nach dem Willen der Medienpolitik aber in den nächsten Jahren zum europaweiten TV-Angebot ausgebaut werden, in dem perspektivisch auch die Angebote von 3sat aufgehen sollen.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert