Präsident der UN-Vollversammlung: Bangladeschs Außenminister Rahman wird Baerbock-Nachfolger
Die UNO-Vollversammlung hat sich am Dienstag mit knapper Mehrheit für den 72-Jährigen entschieden. Was Baerbock ab September macht, ist noch offen.
Foto: Harun Ozalp/imago
afp/epd | Der Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, wird ab September neuer Präsident der UN-Vollversammlung. Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen wählten den 72-Jährigen am Dienstag in New York zum Nachfolger der früheren deutschen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Er setzte sich mit 99 Stimmen gegen den Diplomaten Andreas Kakouris aus dem EU-Land Zypern durch, der 91 Stimmen erhielt.
Rahman war erst im Februar als Außenminister von Bangladesch vereidigt worden. Den Posten als Präsident der UN-Vollversammlung übernimmt er im September für ein Jahr. In dem Gremium sind alle 193 UN-Mitgliedstaaten vertreten.
Baerbock hat das Amt seit dem vergangenen September inne. Sie war von 2021 bis 2025 Außenministerin unter der rot-grünen Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die 45-Jährige hat sich bisher nicht öffentlich geäußert, ob sie nach dem Posten bei den Vereinten Nationen ein neues Amt anstrebt.
Wird eine Frau bald erste UN-Generalsekretärin?
Die Wahl der Grünen-Politikerin im Juni 2025 war von einer Kontroverse überschattet. Eine bereits von der Bundesregierung vorgeschlagene Bewerberin für die Präsidentschaft aus dem Auswärtigen Amt, Helga Maria Schmid, war nicht zum Zuge gekommen. Baerbock hatte sich als scheidende Außenministerin die Kandidatur selbst gesichert. Das stieß bei früheren deutschen Diplomaten auf scharfe Kritik.
Das Amt sieht vor allem organisatorische und zeremonielle Aufgaben vor. Baerbock spielt aber eine wichtige, koordinierende Rolle bei der Auswahl des nächsten Generalsekretärs der UN. Amtsinhaber António Guterres tritt Ende des Jahres ab. Derzeit kandidieren drei Frauen und zwei Männer für die Position, die Guterres noch innehat.
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