Porträt des norwegischen Keepers: Ohne Ny- auch kein Haaland
Er hielt, was zu halten war, bis beim Sonntagmorgenschuss von Morgan Rogers leider nichts mehr Roger war: Ørjan Nyland, tragischer Held Norwegens.
Es war der 13. März 2016, als die SpVgg Bayreuth in der Regionalliga Bayern mit 2:0 bei der Zweiten des FC Ingolstadt 04 gewann; die Tore besorgten Strangl und Glasner. Ob der Mann zwischen den Pfosten der „Schanzer“ Schuld an den Gegentoren trägt, lässt sich nicht mehr hundertprozentig ermitteln. Warum dieser entlegene Regionalligakick überhaupt wichtig war? Weil der Mann zwischen den Pfosten der, wir sagen es noch mal, zweiten Mannschaft des FC Ingolstadt niemand Geringeres war als Ørjan Nyland, der Nationalkeeper Norwegens.
Der Mann hat also schon Geschichte hinter sich: zwei Engagements in Deutschland, drei Jahre beim FC Ingolstadt (normalerweise in der ersten Mannschaft), ein Jahr beim RB Leipzig, was gar nicht so lange her ist. Mittlerweile hält er in La Liga beim FC Sevilla die Bälle fest, allerdings ist er seit dem 1. Juli offiziell ohne Vertrag. Kann sein, dass er weiter aufsteigt, zu einem Verein mit noch mehr Reputation – denn bis auf seinen Aussetzer im Viertelfinale gegen England hat er ein makelloses, ja brillantes Turnier gespielt. Manche meinen, ohne Nyland kein Haaland; allein die Leistungen des Torhüters sicherten Norwegen beispielsweise das überraschende 2:1 gegen Brasilien im Achtelfinale.
Aber da war eben dieser Moment in der Verlängerung, als er den an sich unplatzierten Schuss von Morgan Rogers nicht festhalten konnte und nach vorne – und nicht wenigstens zur Seite – abprallen ließ: Schon die Spanier hatten gegen Belgien durch eine ganz ähnliche Situation das Spiel knapp für sich entschieden. Tragisch! Das tapfere Norwegen, im Spiel nicht wirklich die schlechtere Mannschaft, musste sich knapp mit 1:2 geschlagen geben.
From hero to zero also, wenn man gemein sein möchte – aber der Unterschied zu seinem belgischen Kollegen mit Namen Senne Lammens ist eben der, dass Nyland vorher im Turnier alles festhielt, was festzuhalten war, und darüberhinaus – er wuchs mit der Mannschaft über sich hinaus. Schade, dass ihm dieser Lapsus unterlaufen musste. Allerdings zeigt es, dass auch Norweger trotz all der Ruderei auch nur Menschen sind.
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