Pop und Corona: Der Sieg der puren Vernunft

Fortschrittlicher Pop tut sich schwer mit der Coronakrise. Denn rebellische Gesten sind heute von rechts okkupiert. Versuch einer Einordnung.

eine lachende Frau

Superstar Beyoncé Knowles live beim TV-Sender NBC Foto: George Taylor/Everett Collection/imago

Warum ist emanzipatorischer, fortschrittlicher, ja, linker Pop in der Krise bisher oftmals so hilflos, so marginalisiert? Begünstigt Corona die Hegemonie von völkisch-reaktionärem, sexistischem, rechtem Pop in der Massenkultur? Eine Antwort gibt Michel Foucault:

„Es gab um die Pest eine ganze Literatur, die ein Fest erträumte: die Aufhebung der Gesetze und Verbote; das Rasen der Zeit; die respektlose Vermischung der Körper; das Fallen der Masken und der Einsturz der festgelegten Identitäten, unter denen eine ganz andere Wahrheit der Individuen zum Vorschein kommt.“ Schreibt Foucault 1975 in „Überwachen und Strafen“.

Vom Übertreten von Verboten, vom Rasen und von der Vermischung der Körper handelt Pop seit eh und je. Pop will die Mächtigen demaskieren, fixierte Identitäten zum Einsturz bringen und hinter Fassaden neue Wahrheiten zum Vorschein bringen. „Let’s go crazy“ forderte Prince, Be­yon­cé war „Crazy in love“, „Break on through to the other side“ sangen die Doors, „Express yourself“ und „Fuck the pain away“ empfahlen Madonna und Peaches.

Projektnamen vom Schleusernetzwerk

Ein Detroiter Kollektiv mit dem sprechendem Namen Underground Resistance erschütterte die Welt mit einer neuen Musik: Techno. Underground Resistance verstand sich auch als Widerhall von Underground Railroad, das klandestine Schleusernetzwerk verhalf Sklav:innen zur Flucht aus den Südstaaten in den Norden.

Und heute? Spielen die Zeichen verrückt? Underground, Widerstand und Protest wandern nach rechts: „Querdenker 711“ und „Widerstand 2020“ demons­trie­ren gegen Maßnahmen zur Eindämmung der neuen Pest. Sie berufen sich auf Anne Frank und tragen gar gelbe Sterne mit der Aufschrift: Ungeimpft. Bei ihren Happenings kommt es zur respektlosen Vermischung der Körper. Das Fallen der Masken entfällt, es werden erst gar keine getragen.

Auf Seiten der Besonnenen zu stehen, wirft nun mal wenig Glamour ab

Weiter mit Foucault: „Jedoch gab es auch einen entgegengesetzten, einen politischen Traum von der Pest: nicht das kollektive Fest, sondern das Eindringen des Reglements bis in die feinsten Details der Existenz vermittels einer perfekten Hierarchie, welche das Funk­tio­nieren der Macht bis in ihre letzten Verzweigungen sicherstellt. (…) Der Pest als zugleich wirklicher und erträumter Unordnung steht als medizinische und politische Antwort die Disziplin gegenüber. Hinter den Disziplinarmaßnahmen steckt die Angst vor den „Ansteckungen“, vor der Pest, vor den Aufständen, vor den Verbrechen, vor der Landstreicherei, vor den Desertionen, vor den Leuten, die ungeordnet auftauchen und verschwinden, leben und sterben.“

Besonnene Galionsfiguren

Heute werden Disziplinarmaßnahmen verordnet im Namen einer Vernunft, für die Besonnene stehen: der Virologe Drosten, der Mediziner Lauterbach, der Wissenschaftsjournalist Rogeshwar. Und, über allen: Frau Dr. Merkel, Physikerin.

Pest auf Fest reimen – das wagen dieser Tage nicht mal stumpfe Provo-Rapper wie Sido und Kollegah. Corona feiern als Initialzündung zur großen Libertinage? Was macht eigentlich Houellebecq? Nein, die aufgeklärte, eher linke Popkultur steht aufseiten der Vernunft, und das wirft nun mal wenig Glamour ab. Blixa Bargeld posiert mit Maske und nimmt den Lockdown „sehr ernst“. Randy Newman textet seinen Klassiker um: Aus „Sail away“ wird „Stay away“, Abstand halten. Die Ärzte drehen ein witzloses Video im Homeoffice. Und alle schicken Bilder von leeren Straßen.

Auch Tocotronic illustrieren ihren Coronasong „Hoffnung“ mit Ghost-Town-Footage. „Hoffnung“ sei ein sehr schwarzes Lied und gerade deswegen eines, „das echten Trost stiftet“, erklärt Tocotronic-Biograf Jens Balzer auf Zeit Online, ohne zu erklären, worin genau der echte Trost besteht und wer da wen tröstet. „Trost durch Empathie“ spende das Lied, sekundiert Julia Lorenz in der taz. Zwei Monate ist das her. Manchmal wird der Blick mit zeitlichem Abstand klarer. Was ist geblieben vom Toco-Trost?

Vom einträchtig ergriffenen Publikum wurde „Hoffnung“ mit einer salbungsvollen Andacht aufgenommen, die die salbungsvolle Andacht des Vortrags noch übertrifft. Die Coronakrise befördert einen Konformismus der Resignation, eine lähmende linke Melancholie-Routine, über die Walter Benjamin, auf Erich Kästner gemünzt, 1930 schrieb: „Routiniertsein heißt, seine Idiosynkrasien geopfert, die Gabe, sich zu ekeln, preisgegeben zu haben.“

Vom Fest zur Pest

An Tocotronic lässt sich der Fou­cault’sche Paradigmenwechsel um Pest und Fest gut verfolgen. Ihr Musikerkollege Jens Friebe findet das Coronalied auf Anfrage „überraschend“, bleibt aber diplomatisch, man kennt sich und schätzt sich. „Alle Sachen, die sie bisher gemacht haben, wurden zusammengehalten von einer gewissen Negativität. Jetzt wird etwas ganz Anderes vermittelt: Hoffnung, Utopie, Zusammenhalt. Ich finde das nicht reizlos, aber auch nicht ganz unbefremdlich, als würde Graf Dracula einem sagen: ‚Alles wird gut‘, und man denkt so: Wirklich?“ Auf die vertraute Negativität von Tocotronic stieß man beim Procoronastinieren gleich nach Ausbruch der Seuche.

Da kursierten Listen mit Songtiteln der Band, die sich als Kommentar zur Krise lesen lassen: „Tag der Toten“, „Sag alles ab“, „Drei Schritte vom Abgrund entfernt“, nicht zu vergessen: „Pure Vernunft darf niemals siegen“. Da rebellieren Tocotronic mit ihrem Trademark-Pathos gegen die Diktatur der Zweckrationalität, gegen die Logik des kapitalistischen Realismus, der alle Fasern des Lebens durchdringt: Nicht Einverstandensein, sich verweigern.

Die Ratio der Defensive

Und jetzt? Im Zeichen von Corona ist pure Vernunft quasi alternativlos, um Merkel zu zitieren, die Thatcher zitiert. Es siegt die Ratio der Defensive. Also das Gegenteil der zweifelnden Negation, die sich als Generalbass durch das Werk von Tocotronic zieht. Da entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet diese Band auf Corona mit einem Song reagiert, der es an Hilflosigkeit und Tristesse mit Silbermond aufnehmen kann. Trostlos. Ist Covid-19 nun der letzte Nagel im Sarg der Rock-Rebellion?

Kürzlich ist ein Sachbuch auf Deutsch erschienen, das bereits im 1995 erschienenen Original Zweifel am emanzipatorischen Charakter des bösen, wilden, unbändigen Rock ’n’ Roll formulierte: „Sex Revolts – Gender, Rock und Rebellion“ von Joy Press und Simon Reynolds analysiert die Prototypen des transgressiven, tabubrechenden, (selbst)zerstörerischen Rockrebellen. Jim Morrison, Iggy Pop, nebst Adep­ten. Und kommt zum zwiespältigen Fazit: Ja, wir haben damals enthusiastisch gefeiert zu diesem kettensprengenden, exzessiven Rock ’n’ Roll, aber haben womöglich übersehen, überhört, wessen Freiheit da gefeiert wird, wenn Mick Jagger singt: I’m free to do what I want? Auf wessen Kosten tut er, was er will, nimmt sich was und wen er will? Was ist geworden aus der transgressiven Libertinage der Rockmänner?

Fuck you in der Hochfinanz

„Es wirkt heute so, als hätte sich diese spezielle Variante von Rock-Rebellion totgelaufen. Die Idee, dass es cool sein soll, sich um nichts und niemanden zu scheren, ‚Leckt mich doch alle am Arsch!‘ haben sich die Rechten unter den Nagel gerissen. Die Fuck-you-Haltung von Rock-Rebellion findet sich heute in der Hochfinanz, im Silicon Valley und in der grenzüberschreitenden Rhetorik von Alt Right“, erklärt Joy Press.

Und sie klingt, als spräche sie von den wild gewordenen Wutbürgern, die in deutschen Fußgängerzonen wegen Coronabeschränkungen ausrasten und dabei performativ, sprachlich und visuell auf Motive und Narrative der Rock-Rebellion rekurrieren: grenzüberschreitend, tabubrechend, selbstzerstörerisch im wahrsten Sinn des Wortes, wenn sie auf engstem Raum wüten und rasen gegen die Maschinen der Vernunft.

„Lieber stehend sterben als kniend leben“ steht auf ihren Shirts, einst linke Pathosformel, später ein Hit der Böhsen Onkelz. Ja, der Soundtrack zum ‚Leckt mich doch alle am Arsch!‘ kommt aus dem völkisch-maskulinistischen Lager der Schlagerfolkloristen, Volksrocknroller und Mitgrölrocker. Zwischen Frei.Wild und Onkelz passt ’ne Gabalier-CD, um mal Die Ärzte zu variieren. Und eine von Xavier Naidoo.

45 Jahre nach Foucault haben sich die Fronten verkehrt. Die disruptiven Energien von Rock’n’Roll-Exzess und Techno-Ekstase repräsentieren heute Typen wie Lutz Bachmann von Pegida, Fünf-Sterne-Clown Beppe Grillo und Hans-Christian „Ibiza“ Strache. Und der Disruptor im Weißen Haus. Was ist mit der allfälligen Rede von der Krise als Chance? Als Chance für eine Pop-Blüte im Namen von Liberté, Egalité & Beyoncé?

Wenn der Tod von George Floyd für etwas gut war, dann für die beschleunigte Verbreitung der Erkenntnis, dass Corona sehr wohl Hautfarben kennt, dass Corona Arme und BIPOC härter trifft. Eine Erkenntnis, die sich künstlerisch vor allem im repolitisierten afroamerikanischen Pop verbreitet. Check out: Anderson.Paak, Terrace Martin, Denzel Curry, Kamasi Washington, G Perico, Daylyt, Dua Saleh, Run The Jewels; auch Public Enemy sind wieder da. Mehr wird kommen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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