Podcast „Weißabgleich“

„Wann hab' ich meine Wut entdeckt?“

Alltäglich, politisch, verboten, befreiend: Wut! Wie geht man mit ihr um – und wie mit der des „Wutbürgers“?

Eine Person of Color hält sich ein weißes Blatt Papier vor das Gesicht

Weißabgleich – Ein Podcast von People of Color für People of Color Illustration: Donata Kindesperk

Auf dem Rad angehupt werden, weil Autofahrer „keinen Bock auf dich haben“. Ungerechte Startbedingungen im Leben, weil man Migrant*in ist. Die überraschte landesweite Betroffenheit, als durch Halle erneut deutlich wurde, dass Antisemitismus und Rechtsextremismus reale, lebensbedrohliche Gefahren sind. All das macht die Weißabgleich-Hosts wütend. Aber was ist eigentlich Wut für eine Emotion? Und welchen Stellenwert hat sie im politischen Diskurs?

Im taz-Podcast sprechen Lin Hierse, Erica Zingher und Jasmin Kalarickal diesen Monat über ein Gefühl, das viel mehr ist, als „nur“ das. Politische Wut zum Beispiel kann als Antrieb dienen, aber nicht alle dürfen sie einfach rauslassen. Welche Tabus und Normen führen dazu, dass Wut manchmal so lange unsichtbar ist, bis sie über einen kommt – plötzlich und überfordernd?

Außerdem ist da die große Frage nach dem Umgang mit der Wut. Sollte man sie in etwas Positives kanalisieren oder lieber beim Sport loswerden? Kann Wut auch Spaß machen? Was sind „Wutverbündete“? Und ist eigentlich jede Wut gerechtfertigt, auch die des stereotypen „Wut-“ bzw. „Hutbürgers“?

In einem Land zu leben, in dem man Rassismus immer wieder von vorne erklären muss, das ist oft einfach nur ermüdend. Um uns über die Dinge unterhalten zu können, die uns interessieren, die uns Tag für Tag beschäftigen, haben wir, eine Gruppe von People of Color aus der taz, uns zusammengetan: Weißabgleich.

Unsere Treffen und Gespräche sind für uns eine große Bereicherung. Denn auch wenn wir alle ähnliche Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben, und auch wenn wir alle aus einer weißen Perspektive ähnlich gesehen werden, sind wir als Individuen unterschiedlich, haben unterschiedliche Meinungen und andere Privilegien. Wir haben schnell gemerkt, dass der gemeinsame Austausch zu aktuellen Fragen uns bekräftigt, uns herausfordert und auch neue Fragen aufwirft – so ist dieser Podcast entstanden.

In Weißabgleich wollen wir so sprechen, wie wir es für richtig halten – über politische Entwicklungen, mediale Ereignisse, gesellschaftliche Ungleichheiten. Wir wollen uns gegenseitig nachdenklich machen, miteinander lachen und unsere Hörer_innen dazu anregen, einen Perspektivwechsel zu wagen – und sich vielleicht auch einmal zu fragen: Wie weiß bin ich eigentlich?

Für Feedback und Fragen ist das Weißabgleich-Team über weissabgleich@taz.de zu erreichen.

Die Stimmen des Weißabgleich

Lin Hierse, Jahrgang 1990, hat Asienwissenschaften und Stadtforschung in Berlin und Hangzhou studiert. Arbeitet am liebsten zu Teilhabe, Intersektionalität und sozialen Fragen. Mag Poesie und Pistazieneis. Derzeit Redakteurin in der taz am Wochenende.

Jasmin Kalarickal, Jahrgang 1984, hat ihr Volontariat in der taz absolviert und arbeitet heute als Redakteurin der taz Berlin.

Erica Zingher, Redakteurin für Medien im taz2-Ressort. Studierte Ethnologie, Gender Studies sowie Osteuropastudien in Berlin und Hamburg. Interessiert sich für Diversität im Journalismus, Identitätsfragen und Russland.

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