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Pensionsfonds kündigt US-InvestorAbschied von Blackrock

Weil der Vermögensverwalter nicht zur nachhaltigen Vision passt, zieht der niederländische Pensionsfonds PME seine Anlagen ab.

Aus Amsterdam

Tobias Müller

PME, der niederländische Pensionsfonds der Metall- und Technologie-Industrie, beendet nach mehr als zehn Jahren seine Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter Blackrock. Grund ist dessen mangelndes Engagement für Klima und Nachhaltigkeit. In einer Erklärung, die der Pensioenfonds Metalektro am Montag veröffentlichte, heißt es, man sei mit der Zusammenarbeit zufrieden. Eine Evaluation im Hinblick auf den eigenen „ESG- Rahmen“ – was für environment, social, governance steht – habe allerdings ergeben, dass Blackrock „nicht zur Vision von PME“ passe.

Der fünftgrößte Pensionsfonds der Niederlande beruft sich auf sein „Portfolio von morgen“, dessen beteiligte Unternehmen allesamt „auf der Basis bewusster Entscheidungen, gerichtet auf gute Rendite und eine lebenswerte Welt“ ausgewählt worden seien. Auch die externen Vermögensverwalter sollten zu dieser Strategie passen. Daher habe man „beschlossen, von Blackrock Abschied zu nehmen“. Das PME-Portfolio, vom Financieel Dagblad auf 5 Milliarden Euro beziffert, wird künftig ausschließlich von der schweizerischen UBS und der niederländischen MN verwaltet.

Der Schritt kommt alles andere als überraschend. Schon seit Januar herrschte bei PME, selbsterklärter „Pensionsfonds von und für Zukunftsmacher*innen“, offene Verstimmung über den Kurs des weltweit größten Vermögensverwalters. Damals wiederum hatte Blackrock selbst Abschied genommen – und zwar von der Net Zero Asset Managers Initiative (NZAM). Dieser Zusammenschluss von Vermögensverwaltern bekennt sich zu Investitionen in Übereinstimmung mit einem Netto-null-Ansatz bezüglich des Ausstoßes von Treibhausgasen.

Als Reaktion fragte PME BlackRock schriftlich um eine Erklärung. Ein Ende der Zusammenarbeit stand bereits zur Debatte. Daan Spaargaren, bei PME als Stratege für verantwortungsvolle Anlagen zuständig, skizzierte den Hintergrund in niederländischen Medien: Blackrock habe unter Geschäftsführer Larry Fink jahrelang im Sinne der Klimapolitik investiert, sich aber seit dem Aufkommen Donald Trumps und des Konservatismus in den USA völlig in die Gegenrichtung entwickelt.

Richtungswandel bei Blackrock

Eingesetzt habe der Richtungswandel bei BlackRock bereits 2022, wie der öffentlich-rechtliche TV-Sender NOS Spaargaren zitierte. Seitdem verliefen Abstimmungen auf Aktionärsversammlungen weniger im Sinne von Nachhaltigkeit und habe Blackrock sich aus verschiedenen Klima-Initiativen zurückgezogen. Mit diesem Kurs „treiben sie ab von einem Vermögensverwalter, der dem gleichen Ziel nachstrebt wie wir“.

Hintergrund der nun vollzogenen Trennung ist zum einen die Frage nach der Rolle von Investment und Geldanlagen bei Nachhaltigkeits- und Klimapolitik – ein weltweites Thema, für das es in den Niederlanden ein besonderes Bewusstsein gibt. Mehrere Gerichtsurteile haben hier in den letzten Jahren nicht nur die Verantwortung des Staats, sondern auch von (Groß-) Unternehmen für den Klimaschutz festgestellt. Basierend darauf forderte die Umweltorganisation Milieudefensie die 29 Top-Emissionäre des Landes auf, einen Klimaplan vorzulegen.

Im Bereich der Pensionsfonds sorgte im Januar Branchenriese ABP für internationale Schlagzeilen, als er seinen Ausstieg aus Tesla und den Verkauf aller Aktien bekannt gab. Auslöser war in diesem Fall die überaus großzügige Belohnung, die sich Geschäftsführer Elon Musk gönnte.

Jenseits der spezifisch niederländischen Dynamik fügt sich der Fall PEM/Blackrock aber auch in einen allgemeineren Kontext: Er steht für eine Entwicklung, in der Klimapolitik weltweit zunehmend in Bedrängnis gerät und das Ende des fossilen Zeitalters längst nicht mehr ausgemachte Sache ist.

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