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Outdoor-Firma verklagt DragqueenPatagonia gegen Pattie Gonia

Als Dragqueen nennt Wyn Wiley sich Pattie Gonia. Das Outdoor-Unternehmen Patagonia sieht seine Marke bedroht und hat geklagt. Wiley wehrt sich.

Pattie Gonia bei einer Umwelt-Dragshow 2024 in New York Foto: Alyssa Goodman/ap/picture alliance

2018 krallte sich Wyn Wiley während eines Backpacking-Trips ein Paar Heels und wurde zur Dragqueen Pattie Gonia. Seitdem produziert Wiley Videos auf Social Media. Dort geht Pattie Gonia in voller Drag-Montur wandern, macht auf LGBTQ+-Themen aufmerksam und gründete eine Non-Profit-Organisation, die Community Building und Umweltaktivismus stärken soll. Als Pattie Gonia hat Wiley mittlerweile 1,7 Mio. Fol­lo­wer*­in­nen auf Instagram und sammelte nach eigenen Angaben bisher 3,7 Millionen US-Dollar für Non-Profit-Organisationen.

Inspiriert wurde Wiley, geboren 1992 im US-Bundesstaat Nebraska, genau wie die Outdoor-Marke „Patagonia“, von der gleichnamigen Region in Argentinien und Chile. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit: Unternehmensgründer Yvon Chouinard übertrug im Jahr 2022 das Unternehmen an eine von ihm gegründete Stiftung, die sich dem Kampf gegen den Klimawandel widmen soll sowie an eine Umweltorganisation. Pattie Gonia und er haben also ähnliche Ziele.

Dennoch hat das Unternehmen die Dragqueen im Januar dieses Jahres verklagt. Sie sei schädigend für das Image der Marke und somit auch für deren größere Mission, begründet Patagonia das Vorgehen. Als Schadenssumme erhebt das Unternehmen lediglich symbolisch einen US-Dollar plus die Anwaltskosten des Unternehmens. Sollte Wiley den Künstlernamen nicht aufgeben, kämen weitere Kosten hinzu.

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Für Wiley, der im Jahr 2014 sein Studium in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit abgeschlossen hatte und anschließend als Creative Director und Fotograf arbeitete, geht es um mehr als einen Namen: „Das ist kein Markenkonflikt, das ist ein Unternehmen, das versucht, eine Aktivistin auszulöschen. Genau so mobben Konzerne Personen, die nicht die gleichen Ressourcen haben wie sie“, sagte Pattie Gonia am Mittwoch in einem Video auf Instagram.

Kein Verständnis für die Klage

Der Name stehe für jahrelange Arbeit: Nachdem Wiley zunächst als Ginger Snap aufgetreten war, baute er sich den Namen Pattie Gonia seit 2018 als Marke auf. An dem Namen hänge seine Social-Media-Präsenz. In vergleichbaren Fällen hätten Künst­le­r*in­nen große Einbußen wegen ausbleibender Bookings gehabt.

Patagonia sei die Existenz von Pattie Gonia seit Jahren bewusst. Warum man Wiley also nun verklage, verstehe er nicht. Für Pattie Gonia ist die Klage auch ein Verrat des Unternehmens an seiner eigenen Mission. „Denn wenn sie tatsächlich ‚daran arbeiten, unseren Heimatplaneten zu retten‘, warum verklagen sie dann einen Klimaaktivisten?“ Pattie Gonia vermutet: Zu einer Zeit, in der Anti-LGBTQ+- und Anti-Umweltpolitik ihren Höhepunkt haben, könnte Patagonia gedacht haben, man käme damit leichter davon.

Patagonia erklärte gegenüber dem britischen Guardian, man strebe in keiner Weise an, finanziell von der Situation zu profitieren. Man wolle niemanden angreifen, dessen Werte man teile. Allerdings müsse das Unternehmen das Geschäft sowie alle Angestellten schützen. Wie genau Pattie Gonia eine Bedrohung sein solle, erklärt der Konzern nicht.

Tatsächlich räumt Pattie Gonia ein, das Patagonia-Logo ein paar Mal ironisch und abgewandelt verwendet zu haben. Das echte Logo habe sie aber nie benutzt oder versucht, daraus Kapital zu schlagen. Andere zu parodieren, sei im Drag üblich.

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