Neue Musik aus Berlin: Ins Offene
Ignaz Schick, Anaïs Tuerlinckx und Joachim Zoepf veröffentlichen mit „Ensemble A“ ein Album, dass von herkömmlichen Formen des Jazz weit entfernt ist.
D ie Besetzung Plattenspieler, präpariertes Klavier und Bassklarinette gehört für eine Band nicht unbedingt zur Grundausstattung. Andererseits kommt es, wie bei so vielen Dingen, stets auf den Zusammenhang an, in dem die Geschichte steht.
Für ein Trio der improvisierten Musik ist so eine Auswahl schon eher üblich. Und das Ensemble A kann man eindeutig zu dieser Art des Zusammenspiels zählen.
Zwei Vertreter der Berliner Echtzeitmusik, der Turntablist und bei anderer Gelegenheit auch Saxofonist Ignaz Schick, und die Pianistin Anaïs Tuerlinckx, treffen hier zusammen mit dem Kölner Holzbläser Joachim Zoepf, der zur Neuen Improvisationsmusik gerechnet wird.
Von herkömmlichen Formen des Jazz ist das Ergebnis ihrer Begegnung recht weit entfernt. Auch wenn Zoepf auf seinen Instrumenten Bassklarinette und Sopransaxofon durchaus erkennbare Töne erzeugt. Schicks Beiträge an Plattenspieler und Sampler lassen sich schon weniger leicht greifen, dazwischen bewegt sich Tuerlinckx mit ihrem mechanisch verfremdeten Klavier.
Schick / Tuerlinckx / Zoepf: „Ensemble A“ (Confront)
Diese Melange aus elektronischen und akustischen Klängen ist in ständiger Bewegung, verändert seine Gestalt, ist nie ganz wütender Lärm, doch genauso wenig ruhiges Hintergrundrauschen.
Der erste der beiden Titel, „Electroacoustic Kaleidoscope“, fasst ihren Ansatz gut zusammen. Auch „Turntableturn“ gibt einen ungefähren Eindruck, was einen erwartet. So offen, wie Ensemble A die Sache angehen, empfiehlt sich auch beim Hören zu sein.
Nur noch 390 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 390 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert