Missbrauch von Flüchtlingskindern: Kein ausreichender Schutz
Es gibt erste Klagen wegen sexueller Übergriffe auf asylsuchende Kinder. Der Missbrauchsbeauftragte Rörig fordert nun Führungszeugnisse.
dpa | In deutschen Flüchtlingsunterkünften gibt es für Kinder und Jugendliche nicht genügend Schutz vor sexueller Gewalt. Darauf wiesen am Mittwoch der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig und der Kinderschutzverein Zartbitter hin.
Den Mitarbeitern von Beratungsstellen seien bereits erste Klagen über sexuelle Übergriffe auf Minderjährige in den Unterkünften zu Ohren gekommen. Da sich viele Asylbewerber sprachlich nicht verständigen könnten und auch nicht wüssten, an wen sie sich wenden könnten, sei die Dunkelziffer wahrscheinlich hoch, hieß es.
Im Vergleich zu den meist klaren Strukturen in Kitas, Schulen oder Heimen laufe in den Flüchtlingsunterkünften oft vieles ungeordnet, sagte Rörig. Erwachsene und Kinder wohnten in Großunterkünften auf engstem Raum. Für Täter böten sich dadurch viele Gelegenheiten, Nähe zu Flüchtlingskindern herzustellen. Übergriffe könnten dabei sowohl vom Personal ausgehen als auch von Bewohnern oder anderen Jugendlichen.
Der Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs forderte deshalb, alle Mitarbeiter und freiwilligen Helfer sollten ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Zartbitter schlug vor, die Kinder mit illustriertem Informationsmaterial auf ihre Rechte hinzuweisen.
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