piwik no script img

Messerangriff mit drei TotenAnklage gegen mutmaßlichen Täter von Solingen

Issa Al H. soll im Spätsommer 2024 aus islamistischer Ideologie drei Menschen erstochen haben. Nun klagt die Bundesanwaltschaft ihn an.

Frederik Eikmanns

Aus Berlin

Frederik Eikmanns

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den Mann erhoben, der Ende August 2024 drei Menschen in Solingen erstochen haben soll. Weitere acht Menschen waren bei dem Angriff während eines Stadtfests teils schwer verletzt worden. Bei dem Angeklagten handelt es sich um den 26-jährigen Issa Al H., der die syrische Staatsangehörigkeit hat und als Geflüchteter nach Deutschland kam.

Die Anklage gegen ihn lautet nun auf dreifachen Mord und zehnfachen versuchten Mord sowie auf Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Die Bundesanwaltschaft schreibt, Al H. sei Anhänger des sogenannten Islamischen Staat (IS) und habe aus dessen Ideologie heraus Ungläubige töten wollen.

Einige Monate vor der Tat habe er über einen Messengerdienst Kontakt mit einem IS-Mitglied aufgenommen, das ihn darin bestärkt habe, eine Gewalttat zu begehen. Am Tag nach der Tat bekannte sich der IS zum Anschlag. Al H. befindet sich in Untersuchungshaft.

Der Angriff von Solingen hatte die ohnehin scharfe Debatte um die Flüchtlingspolitik im letzten Herbst noch weiter angefacht. Al H. hätte eigentlich vor Jahren nach Bulgarien abgeschoben werden sollen, wo er erstmals EU-Boden betreten hatte. Eine Abschiebung gelang aber nicht. Nach der Tat brachte die Ampelkoalition ein Gesetzespaket mit Verschärfungen in der Asylpolitik und mehr Befugnissen für die Behörden auf den Weg.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare