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Liebeserklärung an einen BahnhofDas Tor zu einer besseren Welt

Unser Autor liebt den Bahnhof Brenner. Er liegt zwischen Nord- und Südtirol und damit zwischen Österreich und Italien.

Mindestens einmal im Jahr fahren wir über den Brenner, einmal hin und – leider, wobei zu Hause ist es auch ganz schön – wieder zurück.

Wir fahren mit dem Zug, und wenn wir auf dem Hinweg – auf dem Rückweg ist es ­anders – am Brenner stehen, weil die Lok der DB gegen eine der ÖBB oder eine von Trenitalia gewechselt wird, ist das der Moment, an dem dieser stets etwas düstere Bahnhof, der mal wieder einen Anstrich vertragen könnte – oder eben gerade nicht –, ein Herzensort ist.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

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Einer, an dem noch alles vorausliegt; alles Schöne, alle Berge, die wir erklimmen oder nur betrachten, jeder Sauvignon in der Dorfbar, ­jedes Aufwachen und jedes Einschlafen, alle Knödel, jeder Schmarrn, Südtirol.

Hinter dem Brenner, so hieß es auf unseren Fahrten seit jeher, scheine die italienische Sonne. Und das stimmte immer, auch wenn es mal nicht so war. Wenn die Lok gewechselt ist, geht es weiter. Ist der Zug vorher schwerfällig der Passhöhe entgegengeruckelt, gleitet er jetzt federleicht hinab. In eine bessere Welt. Und jedes Mal denken wir: Das ist der schönste Moment der Reise.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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3 Kommentare

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  • Und der scheiß Tunnel ? Bald Schlus is' mit der Romantik ! Erinnert ansonsten an Erich Kästners Hymne an die Zugfahrt ins Tessin - mit Tunnel. Bist durch, und plötzlich: Süden.

  • Der Bericht weckte auch bei mir Erinnerungen, denn in der Nacht vom 25.5. auf den 26.5.83 gab die Lokomotive des Schnellzuges vor dem Brenner ihren Geist auf. Wir kamen aus Brindisi, zuvor aus Griechenland. Warum das auch in Erinnerung blieb? Die mit uns Reisenden hatten wegen des (verlorenen) Endspiels HSV - Juventus Turin mehrheitlich nicht ihre sonst so gute Laune. Das mussten wir jetzt noch mehrere Stunden aushalten, im Dunkeln und im Nebel vor dem Brenner, ausgestattet mit einem Mini-Weltempfänger, so nannte man ein Pocket-Radio mit Mittelwelle und Langwelle. Danke für die Assoziationen.

  • Schön geschrieben.

    Bei dem Artikel musste ich schmunzeln.

    Kenn ich gut das Gefühl. Begegnet mir auf die eine oder andere Art immer wieder im Leben.

    Nicht nur am Brenner.

    Kriege ich doch Lust bald mal wieder loszufahren.