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Lateinamerika nach US-MilitäraktionLula warnt, Milei jubelt

Die einen jubeln, die anderen verurteilen. Die Reaktionen zeigen, wie zerklüftet Südamerika im Umgang mit dem Maduro-Regime ist.

Jürgen Vogt

Aus Buenos Aires

Jürgen Vogt

„Die Bombenangriffe auf venezolanischem Territorium und die Festnahme Ihres Präsidenten überschreiten eine inakzeptable Grenze. Sie stellen eine sehr ernste Herausforderung für die Souveränität Venezuelas und einen äußerst gefährlichen Präzedenzfall für die gesamte internationale Gemeinschaft dar“, kommentierte der brasilianische Präsident Lula da Silva die US-Militäraktion am frühen Samstagmorgen. „Brasilien verurteilt diese Aktion und setzt sich weiterhin für die Förderung des Friedens durch Dialog und Zusammenarbeit ein“, schrieb Lula auf der digitalen Plattform X.Angriffe auf Länder, die in eklatanter Verletzung des Völkerrechts erfolgen, seien der erste Schritt in eine Welt voller Gewalt, Chaos und Instabilität, fügte er hinzu.

Ganz anders reagierte sein Amtskollege in Buenos Aires. „DIE FREIHEIT SCHREITET VORAN, ES LEBE DIE FREIHEIT VERDAMMT NOCHMAL“, begrüßte der argentinische Präsident Javier Milei mit fetten Großbuchstaben die US-Militäraktion auf X. Dazu postete er einen Videoclip, der den Teil seiner Rede beim Mercosur-Gipfeltreffen am 20. Dezember zeigt, der sich gegen das Regime in Venezuela richtete. „Die grausame und unmenschliche Diktatur des Drogenhändlers und Terroristen Nicolás Maduro wirft einen dunklen Schatten auf unsere Region“, sagt Milei in dem kurzen Video.Garniert ist das Ganze mit kurzen Einsprengseln, die den brasilianischen Präsidenten Lula mit ernster Miene zeigen. Der Clip endet schließlich mit einem Foto auf dem Lula Maduro umarmt.

Schon bei dem Gipfeltreffen der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft war die Polarisierung Südamerikas in Bezug Venezuela deutlich geworden. Eine Erklärung, in der das Maduro-Regime aufgefordert wurde, die demokratische Ordnung wiederherzustellen und die Menschenrechte zu achten, wurde von den Präsidenten Argentiniens, Paraguays, Panamas, Boliviens, Ecuadors und Perus unterzeichnet. Brasilien und Uruguay lehnten sie ab.

Und so reagierte der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa wie erwartet. „Die Zeit wird für alle kriminellen Narco-Chavisten kommen. Ihre Strukturen werden auf dem gesamten Kontinent endgültig zusammenbrechen. An María Corina Machado, Edmundo González und das venezolanische Volk: Es ist Zeit, euer Land zurückzuerobern. Ihr habt in Ecuador einen Verbündeten“, schrieb Noboa auf X.

Mileis Jubel blieb in Argentinien nicht unwidersprochen

Kritische Worte kamen von der gemäßigt linken Regierung in Uruguay. „Uruguay lehnt wie immer militärische Interventionen eines Landes auf dem Territorium eines anderen Landes ab und bekräftigt die Bedeutung der Einhaltung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Montevideo. Ähnlich äußerte sich auch Chiles linker Präsident Gabriel Boric, obgleich er seit jeher ein scharfer Kritiker des Maduro-Regimes ist. „Als chilenische Regierung bringen wir unsere Besorgnis und Verurteilung der militärischen Aktionen der Vereinigten Staaten in Venezuela zum Ausdruck“, schrieb Boric auf X. Er forderte „die Krise in Venezuela muss durch Dialog und die Unterstützung des Multilateralismus gelöst werden, nicht durch Gewalt oder ausländische Einmischung.“

Allerdings blieb Mileis Jubel auch in Argentinien nicht unwidersprochen. „Wir können nicht akzeptieren, dass der Präsident im Namen unseres Landes Bombenangriffe und die Entführung eines Präsidenten irgendwo auf der Welt gutheißt“, sagte die peronistische Kongressabgeordnete Victoria Tolosa Paz. Javier Milei habe sich damit endgültig als absoluter Lakai Trumps erwiesen, so die Kongressabgeordnete.

Argentinien hatte Maduros umstrittene Wiederwahl 2024 wegen des offensichtlichen Wahlbetrugs nicht anerkannt, woraufhin das Regime in Caracas die ultimative Ausreise aller Mitarbeiter der argentinischen Botschaft in Caracas forderte. Damals blieben sechs venezolanische Asyl­be­wer­be­r*in­nen allein zurück, die im Botschaftsgebäude Zuflucht gesucht hatten. Sie waren im Mai letzten Jahres in einer geheimen US-Operation aus dem Land gebracht worden.

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