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Kritik an Schiedsrichtern im FußballArme Schweine in bunten Trikots

Der VAR ist verrufen, ohne ihn ist es auch nicht besser. Was wäre der Fußball nur ohne Fehlentscheidungen?

S chiedsrichter hatten es noch nie leicht bei den Fans. Wenn denen ein Pfiff nicht gefallen hat, dann wurde schon mal mit einem gelben Fähnchen mit drei schwarzen Punkten gewedelt. Die Menschen sangen, dass sie wüssten, wo das Kfz des Unparteiischen stehe und dass es gut gebrannt habe, und die Zunft der Unparteiischen wurde auch dann nicht beliebter, als man ihnen bunte Trikots überzog, damit niemand mehr „Schwarze Sau!“ ruft.

Dann gab man den Schiedsrichtern den Videobeweis an die Hand. Doch auch das kam nicht gut an. Es wird weiter über Entscheidungen auf dem Platz und aus dem Keller gewütet. Minutenlange Überprüfungen sind als Emotionskiller vor allem bei Stadionbesuchern verschrien.

Andere fragen sich, ob der Fußball gerechter wird, wenn auf Abseits entschieden wird, weil ein winziger Teil des Knies eines Angreifers jenseits der kalibrierten Linie der automatischen Abseitserkennung liegt. Immer mehr Leute wünschten sich den Fußball, wie er früher war, zurück – bis zu den beiden Spieltagen des DFB-Pokals in der vergangenen Woche.

Weil es in den ersten beiden Runden dieses Wettbewerbs keinen Videobeweis gibt, mussten die Unparteiischen ohne technisches Korrektiv auskommen. Und siehe da: Es hagelte Fehlentscheidungen. Ein nicht gegebenes Tor für Heidenheim in Berlin; ein Elfmeter, den der Hamburger SV in Freiburg bekommen hätte müssen; ein Abseitstor des FC Bayern München. Es war ein Graus. Sie können es nicht mehr, raunten ehemalige Schiedsrichter wie Manuel Gräfe, Hellmut Krug oder Babak Rafati.

Einen Schuldigen hatten sie auch schnell gefunden, den VAR. Der ist also auch schuld, wenn er gar nicht zum Einsatz kommt. Der Videobeweis habe die Fähigkeiten der Referees verkümmern lassen. Sie seien nicht mehr in der Lage, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Müssen sie ja in bestimmten Fällen auch nicht. Das perfekt eingespielte Schiedsrichtergespann von ehedem, das bei Abseitsentscheidungen fast immer richtig lag, braucht es in den Männerbundesligen nicht mehr.

Und bei den Frauen, in den Ligen darunter? Da gibt es sowieso keinen Videobeweis. Schlimme Dinge werden da gepfiffen – Woche für Woche. Die Fans wissen das und ärgern sich gerne darüber. So wie sie sich über den VAR ärgern, wenn es ihn gibt. Eins ist bei der andauernden Empörung eh klar: Auch wenn Schiedsrichter heute keine schwarzen Säue mehr sind, arme Schweine sind sie oft genug.

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Andreas Rüttenauer

Andreas Rüttenauer Sport, dies und das

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1 Kommentar

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  • K.M.

    Wer wüsste heute noch etwas über die Weltmeisterschaft von 1966, hätte es beim dritten Tor einen VAR gegeben?