Krise im Iran nach Flugzeugabschuss

Hunderte Iraner demonstrieren

Nach dem Abschuss eines Passagierflugzeugs kam es in Teheran zu Protesten. Dabei wurde der britische Botschafter festgesetzt.

Iran, Teheran: Iranische Studenten demonstrieren nach einer Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes vor der Amirkabir Universität in der Innenstadt.

Sie sind wütend: Protestierende vor der Amirkabir Universität in der Innenstadt Teherans Foto: Rouzbeh Fouladi/dpa

TEHERAN ap/dpa | Hunderte Iraner haben am Samstagabend bei Protestkundgebungen gefordert, die Verantwortlichen für den Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs zur Verantwortung zu ziehen. Nach den Massenkundgebungen bei den Trauerfeierlichkeiten für den bei einem US-Angriff getöteten General Kassem Soleimani schien sich damit die Stimmung gegen die Führung der Islamischen Republik zu wenden. Die hatte am Samstag nach tagelangem Leugnen eingeräumt, dass die Boeing 737 mit 176 Insassen versehentlich abgeschossen worden sei. Niemand überlebte den Absturz.

Die Polizei löste die Demonstrationen an Teheran Universitäten gewaltsam auf. Dabei wurde der britische Botschafter Robert Macaire verhaftet und für gut eine Stunde festgehalten, berichteten iranische Medien.

Die Britische Regierung zeigt sich empört.“Die grundlose und unbegründete Festnahme unsere Botschafters in Teheran ist eine ungeheuerliche Verletzung internationalen Rechts“, erklärte der britische Außenminister Dominic Raab am Samstagabend. Botschafter Rob Macaire wurde laut Nachrichtenagentur Tasnim für einige Stunden festgenommen. Danach kam er dem Bericht zufolge wieder frei.

Der britische Außenminister erklärte: „Die iranische Regierung steht an einem Scheideweg.“ Sie könne ihren Marsch in Richtung eines Außenseiterstatus weitergehen mit aller politischer und wirtschaftlicher Isolation. Oder sie könne deeskalierende Schritte einleiten und sich auf einem diplomatischen Weg nach vorn bewegen.

US-Präsident Donald Trump drückte Sympathie und Unterstützung für die Demonstranten in Teheran aus. Er rief per Twitter die iranische Regierung auf, Menschenrechtsgruppen die Proteste beobachten zu lassen. Dem „tapferen, seit langem leidenden Volk“ Irans versicherte er, dass er an seiner Seite stehe. „Es kann kein weiteres Massaker an friedlichen Demonstranten geben, noch eine Internet-Abschaltung“, schrieb er. „Die Welt schaut zu.“

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