Krieg in Syrien: Rund 50 Zivilisten getötet
Mehrere Krankenhäuser und Schulen wurden an der türkischen Grenze und in der Provinz Idlib angegriffen. 40.000 Menschen sind ohne medizinische Versorgung.
AP/dpa | Bei den Angriffen auf Krankenhäuser und Schulen in Syrien sind am Montag rund 50 Zivilisten getötet worden. Das teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Zuvor hatte es Berichte über Angriffe auf vier Krankenhäuser gegeben, davon zwei in der Stadt Asas an der türkischen Grenze und zwei in der Provinz Idlib. Unter den Krankenhäuser befanden sich Kliniken, die von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und dem UN-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt wurden. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, russische Flugzeuge hätten eines der Krankenhäuser zerstört.
Der Direktor des Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, verurteilte die Luftangriffe. Zudem zeigte er sich entsetzt über Berichte, wonach zwei Schulen in Asas getroffen worden sein sollen.
Der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen, Massimiliano Rebaudengo, sagte, das Krankenhaus in Maaret al-Numan sei bei zwei Angriffen innerhalb weniger Minuten mindestens viermal getroffen worden. „Dies war offensichtlich ein vorsätzlicher Angriff auf eine Gesundheitseinrichtung“, sagte Rebaudengo. Jetzt hätten 40.000 Anwohner in einem Kriegsgebiet keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung. Russland unterstützt seit Ende September den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen die Rebellen.
Die USA verurteilten die Angriffe scharf. Dass das syrische Regime und seine Unterstützer ihre Angriffe fortsetzten, lasse Zweifel an der Entschlossenheit Russlands aufkommen, das brutale Vorgehen des Assad-Regimes gegen die eigene Bevölkerung stoppen zu wollen, sagte der Sprecher des US-Außenministers, John Kirby, am Montag in Washington.
Der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, hatte zuvor erklärt, US-Kampfflugzeuge hätten eine Klinik zerstört, die von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstützt wird. Die Militäraufklärung habe ergeben, dass die russische Luftwaffe damit nichts zu tun habe, sagte er dem russischen Fernsehsender Rossija 24.
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