Kommentar : Unbelehrbare Kulturkämpfer
Die Union möchte eine Reform des Erbschaftsteuergesetzes, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften benachteiligt. Ein Ausdruck organisierter Homophobie.
D ass die Union - in all in ihren ideologischen Bestandteilen - aktuell Probleme hat, genau zu definieren, was denn nun konservativ sei, ist eine Binse. In Wahrheit weiß sie es für den Alltag ganz genau: alles für die Familie. Solche in ihrem Sinne. Zusammenschlüsse auf Grundlage von Blut (und möglichst Boden). Nix mit Patchworkfamiliärem, sondern pur. Papa, Mama, Kind, besser: Kinder. Was in dieses Schema nicht passt, verdient abgewertet zu werden.
Insofern nimmt nicht wunder, dass die Union die Reform des Erbschaftsteuergesetzes so gestaltet sehen möchte, dass zwei Männer oder zwei Frauen, liiert in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, nicht die gleichen Erbmöglichkeiten füreinander haben. Eine Idee in der Union geht sogar so weit, die in jeder Hinsicht sonst auch pflichtvoll finanzielle Verantwortung füreinander Tragenden erbrechtlich wie Fremde zu behandeln.
Das lässt nur einen Schluss zu: Die Union diskriminiert heftig, was nicht ihrem züchtend-christlichen Weltbild entspricht. Sie ist die Partei der organisierten Homophobie. Nicht mehr, nicht weniger.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert